Finfluencer im Netz: So erkennen Sie seriöse Anlagetipps und vermeiden teure Fehler
Finfluencer: Seriöse Anlagetipps erkennen und Risiken vermeiden

Finfluencer im Netz: Wie man seriöse Anlagetipps erkennt und Fallen vermeidet

Immer mehr junge Menschen suchen Rat zur Geldanlage nicht mehr bei klassischen Bankberatern, sondern bei sogenannten Finfluencern auf Social-Media-Plattformen. Das zeigt eine Umfrage der Finanzaufsicht Bafin aus dem Jahr 2024 unter 1.000 jungen Erwachsenen zwischen 18 und 45 Jahren. Doch Experten warnen davor, die Ratschläge unkritisch zu übernehmen.

Die Popularität von Finfluencern und ihre Risiken

Finfluencer erklären komplexe Finanzthemen wie ETFs, Aktien oder Kryptowährungen oft verständlich und unterhaltsam. „Sie tragen wesentlich dazu bei, Finanzbildung vor allem bei Jüngeren populär zu machen“, sagt Markus Latta vom Verbraucherservice Bayern im KDFB e.V. in München. Allerdings sind die Inhalte sehr unterschiedlich: Sie reichen von solider Aufklärung bis zu interessengeleiteter Werbung. Laut Bafin wissen 37 Prozent der Nutzer nicht, dass Finfluencer manchmal für Produktwerbung bezahlt werden. Das kann zu teuren Fehlentscheidungen führen, wenn die Objektivität fehlt.

Warnsignale für unseriöse Finfluencer

Verbraucher sollten besonders misstrauisch sein, wenn Finfluencer unrealistische Renditeversprechen machen, Risiken verschweigen oder Druck zum sofortigen Handeln aufbauen. Auch fehlende Kontaktangaben sind ein Alarmzeichen. Sally Peters vom Institut für Finanzdienstleistungen (iff) in Hamburg betont: „Maßgeblich ist der Inhalt, nicht ein 'Keine Beratung'-Disclaimer.“ Ohne Bafin-Zulassung ist Anlageberatung strafbar, und Werbung muss klar als „Anzeige“ gekennzeichnet sein.

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Fünf Merkmale seriöser Finfluencer

  1. Transparente Identität: Seriöse Finfluencer treten mit Klarnamen auf, haben ein Impressum und machen ihren fachlichen Hintergrund sowie Qualifikationen wie Ausbildung oder Zertifikate deutlich.
  2. Offenlegung von Interessen: Werbung, Sponsoring oder Affiliate-Links werden eindeutig gekennzeichnet, um wirtschaftliche Verflechtungen transparent zu halten.
  3. Verzicht auf wiederkehrende Produktverweise: Häufige Hinweise auf bestimmte Broker oder Rabattcodes können auf versteckte Interessen hindeuten.
  4. Nachvollziehbare Belege: Aussagen werden durch Daten oder offizielle Quellen gestützt, um Glaubwürdigkeit zu gewährleisten.
  5. Ausgewogene Darstellung: Chancen und Risiken werden fair präsentiert, ohne Kosten oder mögliche Verluste auszublenden.

Empfehlungen für Verbraucher

„Man sollte sich nicht auf nur eine Quelle verlassen“, rät Markus Latta. Verbraucher sollten zusätzliche Informationen von unabhängigen Stellen wie Verbraucherschützern, der Stiftung Warentest oder der Bafin einholen. Bei unrealistischen Versprechen von schnellem Reichtum ist besondere Vorsicht geboten. Letztlich gilt: Kritische Prüfung und gesundes Misstrauen sind der beste Schutz vor unseriösen Anbietern im Netz.

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