EZB-Präsidentin Lagarde warnt: Notenbank bereit zu Zinserhöhungen bei Inflation
EZB bereit zu Zinserhöhungen bei Inflation durch Energiepreise

EZB-Präsidentin Lagarde warnt vor Inflationsrisiken durch Energiepreise

Die Europäische Zentralbank (EZB) zeigt sich angesichts steigender Energiepreise infolge des Iran-Kriegs entschlossen, die Inflation im Euroraum unter Kontrolle zu halten. EZB-Präsidentin Christine Lagarde betonte bei einer Veranstaltung in Frankfurt am Main die Bereitschaft der Notenbank, bei Bedarf mit Zinserhöhungen zu reagieren.

Entschlossene Haltung der Währungshüter

„Wir werden nicht handeln, bevor wir über ausreichende Informationen über das Ausmaß und die Dauer des Schocks sowie dessen Ausbreitung verfügen. Aber wir werden uns nicht durch Zögern lähmen lassen“, erklärte Lagarde deutlich. Der Rat der Europäischen Zentralbank sei bereit, die Geldpolitik „bei Bedarf auf jeder Sitzung anzupassen“. Die EZB-Präsidentin unterstrich: „Unser Bekenntnis zu einer Inflationsrate von 2 Prozent auf mittlere Sicht ist bedingungslos.“

Energiepreise als zentrale Herausforderung

Seit Beginn des Iran-Kriegs haben sich Öl und Gas deutlich verteuert. Dieser Preisanstieg könnte auf Dauer auch andere Bereiche erfassen und dann Forderungen nach höheren Löhnen nach sich ziehen. Lagarde differenzierte zwischen verschiedenen Szenarien: „Kleine, einmalige und kurzlebige Angebotsschocks können ignoriert werden. Doch je größer und anhaltender die Abweichungen von unserem Inflationsziel werden, desto stärker wird die Notwendigkeit, Maßnahmen zu ergreifen.“

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Die aktuelle Situation beschrieb die EZB-Chefin folgendermaßen: „Wir stehen also vor einer Situation, in der der aktuelle Schock, sofern er auf die Energiemärkte beschränkt bleibt, nur begrenzte Auswirkungen auf die Gesamtinflation haben dürfte. Sollte er sich jedoch verschärfen oder anhalten, könnte sich die Weitergabe der Kosten beschleunigen.“

Nächste Zinsentscheidung Ende April

Die nächste Zinsentscheidung des EZB-Rates ist für den 30. April anberaumt. Bei der jüngsten Sitzung am vergangenen Donnerstag hatte das oberste Entscheidungsgremium der EZB die Leitzinsen im Euroraum zum sechsten Mal in Folge unverändert belassen. Der für Sparer und Banken wichtige Einlagenzins beträgt damit weiterhin 2,0 Prozent.

Mögliche geldpolitische Maßnahmen

Sollte die Inflation infolge steigender Energiepreise deutlich anziehen, könnte die EZB mit höheren Zinsen gegensteuern. Höhere Zinsen würden Kredite verteuern, was die Nachfrage bremsen und die Inflation dämpfen kann. Höhere Inflationsraten schmälern die Kaufkraft der Menschen und stellen damit eine erhebliche Belastung für Verbraucher und Unternehmen dar.

Die Euro-Währungshüter bleiben wachsam und zeigen sich entschlossen, ihre geldpolitischen Instrumente einzusetzen, um Preisstabilität im Euroraum zu gewährleisten. Die Entwicklung der Energiepreise und deren Auswirkungen auf die Gesamtinflation werden dabei im Fokus der Notenbankentscheidungen stehen.

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