Dieselpreis erreicht Rekordhoch trotz sinkender Rohölkosten und neuer Regeln
Dieselpreis auf Rekordhoch trotz Rohölrückgang

Dieselpreis erreicht Rekordhoch trotz sinkender Rohölkosten und neuer Regeln

Für die Bundesregierung stellt sich ein paradoxes und unglückliches Szenario dar: Am ersten Geltungstag der neu eingeführten Vorschriften für Benzinpreiserhöhungen klettert der Dieselpreis auf einen noch nie dagewesenen Rekordwert. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete ein Liter Diesel am Mittwoch exakt 2,327 Euro und übertraf damit den alten Höchststand aus dem März 2022 um 0,6 Cent, wie aktuelle Daten des ADAC belegen. Diese Zahlen sind nicht inflationsbereinigt und verdeutlichen eine besorgniserregende Entwicklung.

Neue Regeln treten in Kraft, doch die Preise steigen weiter

Parallel zu diesem Anstieg traten am Mittwoch auch die von der Berliner Koalition im Eilverfahren beschlossenen neuen Vorschriften in Kraft. Diese Regelung, die sich am österreichischen Vorbild orientiert, erlaubt es Tankstellen, die Spritpreise nur noch einmal täglich um 12 Uhr mittags zu erhöhen. Preissenkungen bleiben hingegen jederzeit möglich. Trotz dieses Maßnahmenpakets, das eigentlich den Anstieg der Spritpreise eindämmen sollte, setzte sich der Aufwärtstrend fort.

Auch Superbenzin E10 verteuerte sich weiter und erreichte mit einem bundesweiten Durchschnittspreis von 2,129 Euro je Liter einen neuen Jahreshöchststand. Hintergrund für die weltweit gestiegenen Spritpreise in den vergangenen Wochen ist der anhaltende Irankrieg, der die Märkte in Unruhe versetzt.

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ADAC übt scharfe Kritik an Mineralölkonzernen

Der ADAC reagierte mit deutlicher Kritik auf die Preiserhöhungen des Mittwochs und bezeichnete sie als unangemessen. Ein Preisexperte des Autoclubs in München wies darauf hin, dass der Rohölpreis zwischen dem 31. März und dem 1. April gesunken sei. "Die Sorge des ADAC scheint sich zu bestätigen, dass Mineralölkonzerne im Zweifel einen Risikoaufschlag machen, weil sie Kraftstoffpreise nur noch einmal täglich erhöhen können", erklärte er. Die Neuregelung reduziere das hohe Preisniveau offenbar eher nicht und wirke kontraproduktiv.

Nach Überzeugung des ADAC ist es nun eine dringende Aufgabe des Bundeskartellamtes, die Mineralölkonzerne zur Mäßigung zu bewegen und für mehr Transparenz zu sorgen. Diese Entwicklung wirft Fragen nach der Wirksamkeit staatlicher Eingriffe in den Markt auf und belastet Verbraucher in einer ohnehin angespannten wirtschaftlichen Lage.

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