Rechtsfrieden für Offshore-Windpark Gennaker in der Ostsee erreicht
Der geplante Offshore-Windpark Gennaker in der Ostsee hat eine entscheidende Hürde überwunden. Die Umweltschutzorganisation Nabu hat ihre Klage gegen das Projekt zurückgezogen und sich mit der Projektgesellschaft auf einen umfassenden Vergleich verständigt. Damit besteht nun Rechtsfrieden für das behördlich bereits genehmigte Vorhaben, wie beide Seiten gemeinsam mitteilten.
Einigung mit weitreichenden Schutzmaßnahmen
Teil der Einigung sind freiwillige Maßnahmen und Begleitforschungen, die deutlich über die gesetzlichen Genehmigungsanforderungen hinausgehen. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Schutz von Vögeln und Fledermäusen. „Intensive und konstruktive Gespräche haben dazu geführt, eine gemeinsame Lösung zum naturverträglichen Ausbau der Windenergie auf See zu finden“, erklärte Skyborn-Chef Patrick Lammers. Dieser Kompromiss markiere einen wichtigen Meilenstein für das Projekt.
Pionierleistung im Fledermausschutz
Im Gegenzug für die umfangreichen Zusagen verpflichtete sich der Nabu zu dauerhaftem Rechtsfrieden. „Wir gehen hier einen neuen Weg“, betonte Nabu-Landesvorsitzender Stefan Schwill. Die vereinbarten Maßnahmen sollen die negativen Auswirkungen auf die Meeresnatur abmildern und die Effekte auf Zug- und Rastvögel sowie Fledermäuse besser verstehen helfen. Besonders bemerkenswert: Erstmals wird in Deutschland ein Offshore-Windpark vorsorglich während der Kernmigrationszeit von Fledermäusen abgeschaltet.
Technische Details und Projektumfang
Der Windpark Gennaker umfasst folgende Merkmale:
- 63 Windkraftanlagen in der Ostsee
- Rotordurchmesser von 236 Metern
- Gesamthöhe bis zu 261 Metern
- Geplante Gesamtleistung von 976,5 Megawatt
- Projektgebiet etwa 15 Kilometer nördlich der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst
Mit dieser Leistung wird Gennaker nach Unternehmensangaben der bislang größte Offshore-Windpark in der deutschen Ostsee. Das Projekt befindet sich in einem ausgewiesenen Vorranggebiet für Offshore-Windenergie im Küstenmeer von Mecklenburg-Vorpommern.
Genehmigungshistorie und Zeitplan
Das zuständige Staatliche Amt für Landwirtschaft und Umwelt Vorpommern erteilte Mitte Dezember die Gesamtgenehmigung. Skyborn Renewables hatte bereits im Mai 2019 die ursprüngliche Baugenehmigung erhalten und verfügt weiterhin über die exklusiven Entwicklungs- und Betreiberrechte für das Gebiet. Die Inbetriebnahme des Windparks ist für das Jahr 2028 geplant. Die Stromproduktion wird dem jährlichen Verbrauch von etwa einer Million Haushalten entsprechen und damit einen bedeutenden Beitrag zur Energiewende leisten.



