Meta sucht nach neuen Wegen, um den enormen Energiebedarf seiner künstlichen Intelligenz zu decken, und richtet den Blick dafür ins All. Der Konzern plant, seine Rechenzentren künftig auch mit Solarenergie aus dem Weltraum zu versorgen. Damit will Meta ein zentrales Problem lösen: den stetig wachsenden Strombedarf seiner immer leistungsfähigeren KI-Systeme.
Stromhunger der KI wächst
Die KI-Rechenzentren von Meta verbrauchen enorme Mengen Energie. Bereits 2024 lag der Bedarf bei mehr als 18.000 Gigawattstunden. Das entspricht dem Jahresverbrauch von über 1,7 Millionen Haushalten in den USA. Mit immer leistungsfähigeren Modellen wächst dieser Bedarf weiter. Um gegenzusteuern, baut Meta erneuerbare Energien aus und plant Kapazitäten von bis zu 30 Gigawatt, vor allem durch große Solarparks. Klassische Solaranlagen haben jedoch einen entscheidenden Nachteil: Sie liefern nachts keinen Strom, sodass zusätzliche Speicher oder andere Energiequellen nötig sind.
So soll der Strom aus dem All kommen
Berichten nach hat Meta eine Vereinbarung mit dem US-Start-up Overview Energy geschlossen. Dessen Konzept sieht vor, Sonnenenergie im All mit Satelliten einzufangen und in energiearmes Nahinfrarotlicht umzuwandeln. Dieses wird als breiter Strahl zur Erde gesendet, wo bestehende Solarparks das Licht wieder in Strom umwandeln. Der Ansatz soll vorhandene Infrastruktur nutzen und gleichzeitig technische Hürden sowie Sicherheits- und Regulierungsprobleme umgehen, die andere Übertragungswege wie Hochleistungslaser oder Mikrowellen bisher ausbremsen. CEO Marc Berte betonte laut TechCrunch, dass ein Blick in den Strahl ungefährlich ist. Der große Vorteil dieser Technik: Solarparks könnten dauerhaft Energie erzeugen.
Solarstrom rund um die Uhr
Langfristig plant Overview Energy eine Flotte von rund 1000 Satelliten in einer geosynchronen Umlaufbahn etwa 35.000 Kilometer über dem Äquator. Dort scheint die Sonne nahezu ununterbrochen. Jeder Satellit soll mehr als zehn Jahre lang Energie liefern und zusammen könnten sie rund ein Drittel der Erdoberfläche abdecken. Laut Meta sei die Energieübertragung vom Flugzeug zum Erdboden bereits gelungen. Für Januar 2028 ist der Start eines ersten Satelliten in einer niedrigen Erdumlaufbahn geplant, um die Übertragung aus dem All zu testen. Ab 2030 soll der Aufbau der Satellitenflotte beginnen. Meta hat sich laut einer aktuellen Ankündigung bereits eine Reservierung gesichert, um künftig bis zu ein Gigawatt Leistung aus dem All zu beziehen.



