Drohende Treibstoffknappheit: Wie ernst ist der Kerosinmangel?
Kerosinmangel in Deutschland: Wie ernst ist die Lage?

Drohende Treibstoffknappheit: Wie ernst ist der Kerosinmangel in Deutschland?

Die Energiekrise trifft auch die Luftfahrtbranche in Deutschland. Während die Bundesregierung keinen Engpass bei Kerosin sieht, bietet Israel bereits Hilfe an. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Von Jakob Müller, Benedikt Müller-Arnold, Martin U. Müller und Gerald Traufetter

06.05.2026, 18.19 Uhr

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Situation an deutschen Flughäfen

In den letzten Wochen mehren sich die Berichte über mögliche Lieferengpässe bei Kerosin an deutschen Flughäfen. Besonders betroffen sind kleinere Regionalflughäfen, aber auch große Drehkreuze wie Frankfurt und München könnten betroffen sein. Die Ursachen sind vielfältig: gestörte Lieferketten aufgrund des Ukraine-Kriegs, steigende Ölpreise und logistische Probleme bei der Verteilung.

Reaktion der Bundesregierung

Die Bundesregierung gibt sich derweil gelassen. Ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums erklärte, dass die Versorgung mit Kerosin derzeit gesichert sei. Man beobachte die Lage aber genau und stehe in Kontakt mit den beteiligten Unternehmen. Dennoch gibt es Kritik von Oppositionspolitikern, die mehr Engagement fordern, um eine mögliche Treibstoffknappheit zu verhindern.

Israel bietet Hilfe an

Überraschend kam ein Hilfsangebot aus Israel. Die israelische Regierung bot an, Deutschland mit Kerosin aus eigenen Beständen zu versorgen, falls es zu Engpässen kommen sollte. Dieses Angebot wurde in Berlin dankbar angenommen, aber bisher nicht aktiviert. Experten sehen darin ein Zeichen der engen deutsch-israelischen Zusammenarbeit.

Auswirkungen auf den Flugverkehr

Sollte es tatsächlich zu einem Kerosinmangel kommen, müssten Fluggesellschaften ihre Flugpläne anpassen. Mögliche Maßnahmen wären das Streichen von Verbindungen, das Nachtanken auf Zwischenstopps oder der Einsatz von größeren Flugzeugen, um die Anzahl der Flüge zu reduzieren. Für Passagiere könnte dies zu Verspätungen und Ausfällen führen.

Langfristige Perspektiven

Die Krise zeigt die Abhängigkeit der Luftfahrt von fossilen Brennstoffen. Umso wichtiger sei die Entwicklung von alternativen Treibstoffen wie synthetischen Kraftstoffen oder Wasserstoff, so Branchenverbände. Die Bundesregierung fördert bereits entsprechende Forschungsprojekte, doch bis zur Marktreife dürften noch Jahre vergehen.

Bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt. Fest steht: Die Energiekrise hat auch die Luftfahrt erreicht, und kurzfristige Lösungen sind nur begrenzt möglich.

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