IEA-Chef warnt vor 'schwarzem April': Blockade der Straße von Hormus droht mit Energiekrise
IEA-Chef warnt: Blockade der Straße von Hormus droht Energiekrise

IEA-Chef warnt vor 'schwarzem April': Blockade der Straße von Hormus droht mit historischer Energiekrise

Fatih Birol, der Exekutivdirektor der Internationalen Energieagentur (IEA), hat in einem Interview mit der französischen Zeitung Le Figaro in Paris eindringlich vor einer dramatischen Verschärfung der globalen Energiekrise gewarnt. Hintergrund sind die anhaltenden kriegerischen Auseinandersetzungen mit dem Iran und die weitgehende Blockade der strategisch wichtigen Straße von Hormus.

April droht als 'schwarzer Monat' mit verdoppelten Ausfällen

„Man muss sich bewusst sein, dass der März zwar sehr schwierig war, der April aber noch viel schlimmer werden wird“, erklärte Birol. Seine Prognose basiert auf den aktuellen Förderzahlen: Die Golfstaaten produzieren derzeit nur noch etwas mehr als die Hälfte der Ölmenge, die vor Ausbruch des Konflikts gefördert wurde. Der Export von Erdgas ist sogar vollständig zum Erliegen gekommen.

Sollte die kritische Meerenge tatsächlich den gesamten April über gesperrt bleiben, rechnet der IEA-Chef mit verheerenden Konsequenzen. „Wir werden doppelt so viel Rohöl und Raffinerieprodukte verlieren wie im März. Wir stehen vor einem 'schwarzen April'“, so Birol. Er äußerte sich ausgesprochen pessimistisch, da dieser Krieg eine der zentralen Lebensadern der Weltwirtschaft lahmlege. Betroffen seien nicht nur Öl und Gas, sondern auch essentielle Güter wie Düngemittel, Petrochemikalien und Helium.

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Schwerwiegendste Energiekrise der Geschichte übertrifft frühere Schocks

Laut Fatih Birol erlebe die Welt aktuell eine Störung der Energieversorgung von bisher ungekanntem Ausmaß. „Betrachtet man die drei großen Öl- und Gaskrisen der Vergangenheit, so ist die aktuelle Krise schwerwiegender als die von 1973, 1979 und 2022 zusammen“, stellte er fest. Die Situation vereine einen Öl-, einen Gas- und einen Nahrungsmittelschock zu einem einzigen, gewaltigen Energie-Schock.

Die von der IEA initiierte Freigabe strategischer Ölreserven könne die Lage nur kurzfristig lindern, betonte Birol. „Die einzige wirkliche Lösung liegt woanders: in der Wiederöffnung der Straße von Hormus. Solange sie geschlossen bleibt, wird die Weltwirtschaft mit enormen Schwierigkeiten konfrontiert sein“, erklärte er.

Deutschland in besonders prekärer Lage bei Gas und Strom

Für Deutschland sieht der Chef der Internationalen Energieagentur eine besonders schwierige Situation heraufziehen. Das Land befinde sich in einer prekäreren Position, was die Versorgung mit Erdgas und zuverlässigen Stromquellen wie der Kernenergie angeht. Dies werde sich unweigerlich auch auf die Strompreise auswirken.

„Die deutsche Wirtschaft und Industrie könnten in den kommenden Wochen, Monaten oder sogar Jahren vor sehr großen Herausforderungen stehen“, warnte Birol. Die Kombination aus knappen Energieressourcen und hohen Kosten stelle eine erhebliche Belastungsprobe für den Industriestandort Deutschland dar.

Die Warnungen des IEA-Chefs unterstreichen die Dringlichkeit der Lage. Während die Welt noch mit den Nachwirkungen der Tankkrise kämpft, zeichnet sich am Energiemarkt bereits der nächste, möglicherweise noch tiefgreifendere Schock ab. Die Blockade der Straße von Hormus entwickelt sich zu einem kritischen Engpass, der die globale Wirtschaftsleistung und die Versorgungssicherheit in vielen Ländern massiv gefährden könnte.

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