Die Temperaturen steigen auf über 35 Grad, und die Menschen in Deutschland suchen verzweifelt nach Abkühlung. Dies führt zu einer massiven Nachfrage nach Ventilatoren, mobilen Klimageräten, Planschbecken und anderen kühlenden Produkten. Wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur bei mehreren Unternehmen zeigt, sind die Verkaufszahlen in vielen Bereichen stark gestiegen, vereinzelt kommt es zu Engpässen.
Baumärkte und Elektronikfachhandel unter Druck
Baumärkte wie Obi und Bauhaus sowie der Branchenverband BHB berichten von einer hohen Nachfrage nach mobilen Klimageräten, Ventilatoren und Kinderplanschbecken. Ein Sprecher von Bauhaus warnt: „Bei einzelnen Produktgruppen kann es aufgrund der hohen Nachfrage vorübergehend zu eingeschränkten Beständen kommen.“ Ventilatoren würden oft zeitversetzt stärker gekauft, wenn mobile Klimageräte knapp werden. Obi verzeichnet zudem wachsendes Interesse an Gartenprodukten: „Gerade durch die warmen Temperaturen spüren wir deutlich, dass die Menschen ihre Außenbereiche schön machen wollen.“
MediaMarktSaturn und Euronics: Eismaschinen und Kühlgeräte gefragt
Die Elektronikfachmarktkette MediaMarktSaturn meldet ebenfalls eine starke Nachfrage nach Ventilatoren und Klimageräten. Großer Beliebtheit erfreuen sich außerdem Eismaschinen. Der Konzern empfiehlt, mit der Anschaffung nicht zu lange zu warten, da die Kapazitäten der Hersteller begrenzt seien und nur eingeschränkt Geräte nachgeordert werden könnten. Die Handelskette Euronics berichtet, dass es bei Kühlgeräten zu Verfügbarkeitsengpässen kommen könne.
Otto: Nachfrage nach Klimageräten verdreifacht
Im Onlineshop von Otto zählen „Klimagerät“ und „Ventilator“ in dieser Woche zu den meistgesuchten Begriffen. Ein Sprecher erklärt: „Die Nachfrage liegt in der Spitze rund ein Drittel über dem bisherigen Höchstwert aus 2025.“ In diesem Jahr seien bislang rund viermal so viele Klimageräte verkauft worden wie im Vorjahreszeitraum.
Klima-Fachbetriebe: Wartezeiten von zehn Wochen
Auch die Nachfrage nach fest installierten Klimaanlagen steigt. Der Verband Deutscher Kälte-Klima-Fachbetriebe teilt mit, die Auftragsbücher seien gut gefüllt. Materialengpässe oder Lieferschwierigkeiten gebe es bislang nicht. Flaschenhals seien die Kapazitäten der Fachbetriebe, die bei hohen Außentemperaturen nicht nur wegen des Einbaus neuer Geräte stark ausgelastet seien, sondern auch, weil bestehende Anlagen häufiger gewartet werden müssten. Kunden sollten beim Einbau mit einer Wartezeit von im Schnitt zehn Wochen rechnen. Ratsam sei, die Installation in den Wintermonaten vornehmen zu lassen.
Supermärkte: Mineralwasser, Obst und Eis gefragt
Hoch im Kurs stehen alkoholfreie Getränke, vor allem Mineralwasser, sowie Obst wie Melonen, Gemüse und Eis. Lidl verzeichnet eine hohe Nachfrage nach Sonnenschutzmitteln, Klimageräten und Wassersportartikeln. Rewe meldet ein Plus bei Molkereiprodukten und Salaten. Edeka nennt unter anderem Beeren, Kirschen und Pfirsiche, aber ebenso Grillartikel und passende Beilagen. Wegen der Fußball-Weltmeisterschaft laufen auch Snacks und Bier gut. Bei Kaufland stehen zudem gefrorene Früchte und fermentierte Getränke wie Kombucha hoch in der Käufergunst. Auf dem Online-Marktplatz des Händlers sind Ventilatoren, Kühlkissen sowie SUP-Boards und Planschbecken beliebt. Bestellt werde vor allem in den kühleren Abendstunden.
Keine Engpässe bei Mineralwasser erwartet
Engpässe sehen die Unternehmen bei den Bestsellern aktuell nicht. Bei Mineralwasser sind laut dem Verband Deutscher Mineralbrunnen ebenfalls keine zu erwarten. Die Nachfragespitzen in den Sommermonaten seien normales Saisongeschäft. Einzelne Sorten könnten allenfalls kurzfristig vergriffen sein. Ein Sprecher des Verbands sagt: „Die Abfüllanlagen laufen vielerorts im Mehrschichtbetrieb und auf Hochtouren.“ Die größte Herausforderung sei eine funktionierende Logistik – insbesondere der schnelle Rücklauf des Leerguts, damit ausreichend Flaschen für die Abfüllung zur Verfügung stehen.



