Goldberg präsentiert sein Wärmekonzept für Stadt und Amt
Als eine der ersten Kommunen im Landkreis Ludwigslust-Parchim hat das Amt Goldberg-Mildenitz seine offizielle kommunale Wärmeplanung erhalten. Die umfassende Strategie wurde nun an Amtsleiter Gustav Graf Westarp übergeben und markiert einen wichtigen Schritt in der lokalen Energiewende.
Fruchtbare Zusammenarbeit bei der Wärmeplanung
Die Wärmeplanung entstand in enger Kooperation zwischen der Stadt Goldberg und der Energie-Sparzentrale Schwerin unter der Leitung von Geschäftsführer Ulf Schmidt. Bürgermeister und Amtsleiter Gustav von Westarp betont: „Es ging uns zunächst darum, zu definieren wo wir stehen – und wo wir hinwollen.“ Deshalb habe seine Kommune bereits frühzeitig diese strategische Planung in Auftrag gegeben.
Ulf Schmidt zeigt sich beeindruckt von der Zusammenarbeit: „In Goldberg habe ich einen pragmatischen Bürgermeister mit überdurchschnittlichen Fachkenntnissen kennengelernt.“ Daraus habe sich eine teils kontroverse, in der Gesamtheit aber äußerst fruchtbare Kooperation entwickelt, die nun in der vorliegenden Planung mündet.
Bestehende Lösungen und neue Perspektiven
Die Analyse bestätigt erfolgreiche Ansätze, die bereits in Goldberg etabliert sind. So versorgt Fernwärme aus der Abwärme der örtlichen Biogasanlage bereits seit längerer Zeit etwa ein Drittel der Haushalte in der Stadt Goldberg. Für die angeschlossenen rund 700 Haushalte bedeutet dies finanzielle Vorteile, da diese Wärmeversorgung um etwa ein Drittel günstiger ist als herkömmliche Gas- oder Ölheizungen.
Für den Bereich der Altstadt Goldbergs kann sich Bürgermeister von Westarp eine ähnliche zentrale Lösung vorstellen. In den meisten Gemeinden des Amtes Goldberg-Mildenitz gilt jedoch weiterhin der Grundsatz: „Hilf dir selbst!“ Zentrale Wärmelösungen seien nur dort sinnvoll, wo ein entsprechend dichtes Umfeld vorhanden ist, was in den ländlich geprägten Gemeinden nicht die Regel darstellt.
Regenerative Lösungen im Fokus
Die Wärmeplanung orientiert sich klar an den Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes, das festlegt, dass fossile Energiequellen bis zum Jahr 2045 nicht mehr zur Wärmegewinnung genutzt werden sollen. Immobilienbesitzer sollten daher verstärkt auf individuelle, regenerative Lösungen setzen.
Ulf Schmidt betont jedoch ausdrücklich: „Die Wärmeplanung ist kein Druckmittel gegenüber Immobilienbesitzern.“ Sie habe keine unmittelbaren Auswirkungen auf Eigentümer, sondern diene als strategisches Hilfsmittel für die Kommune, um die Zukunft der Wärmeversorgung planen zu können. „Die Wärmeplanung beschreibt lediglich den Weg, wie wir diesbezüglich weiter kommen“, verdeutlicht der Energieexperte.
Bezahlbare Lösungen im Blick
Ein zentrales Anliegen der Planung ist die Entwicklung bezahlbarer Lösungen für alle Beteiligten. Die aktuelle weltpolitische Entwicklung könnte sich dabei sogar positiv auf die Nutzung erneuerbarer Energien auswirken. Schmidt erklärt: „Jetzt, wo die fossilen Energien brutal im Preis steigen, vergrößert sich die Chance auf die Nutzung alternativer Energieerzeugung.“
Die kommunale Wärmeplanung für Goldberg-Mildenitz stellt somit keine verbindliche Vorschrift dar, sondern vielmehr eine strategische Roadmap, die verschiedene Wege zu einer nachhaltigen Wärmeversorgung aufzeigt. Sie berücksichtigt sowohl bestehende erfolgreiche Ansätze als auch neue Perspektiven für die Zukunft der Region.



