Erzeugerpreise im Euroraum steigen im Mai um 5,9 Prozent
Erzeugerpreise im Euroraum steigen um 5,9 Prozent

Die Erzeugerpreise in der Industrie des Euroraums sind im Mai 2026 stärker gestiegen als von Ökonomen erwartet. Laut einer Mitteilung des Statistikamts Eurostat vom Montag erhöhten sie sich im Jahresvergleich um 5,9 Prozent. Von Reuters befragte Fachleute hatten lediglich mit einem Anstieg von 5,7 Prozent gerechnet, nach einem revidierten Plus von 5,0 Prozent im April.

Energiepreise als Haupttreiber

Hauptverantwortlich für den Preisschub waren erneut die Energiepreise. Diese legten im Mai um 14,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat zu. Die Herstellerpreise für Investitionsgüter wie Maschinen und Anlagen stiegen um 2,2 Prozent, während Vorleistungsgüter um 5,5 Prozent teurer wurden. Die Preise gelten ab Werk, also bevor die Produkte weiterverarbeitet werden oder in den Handel gelangen. Erzeugerpreise gelten als früher Indikator für die künftige Inflation.

Monatsvergleich und Konjunktur

Im Vergleich zum Vormonat April stiegen die Herstellerpreise im Mai um 0,2 Prozent, genau wie von Ökonomen erwartet. Im April hatte das Plus revidiert bei 0,7 Prozent gelegen. Die Inflationsrate im Euroraum selbst lag im Juni bei 2,8 Prozent, nach 3,2 Prozent im Mai – ein leichter Rückgang, aber weiterhin über dem Zielwert der Europäischen Zentralbank.

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Die Einzelhandelsumsätze im Euroraum entwickelten sich im Mai verhalten. Die Erlöse stiegen preisbereinigt um 0,2 Prozent zum Vormonat, während Ökonomen ein Plus von 0,3 Prozent erwartet hatten. Eurostat verwendet für diese Statistik den Index des Absatzvolumens im Einzelhandel, der die Entwicklung der verkauften Güter auf Basis kalender- und saisonbereinigter Daten misst.

Ausblick und Hintergrund

Die anhaltend hohen Energiepreise, die unter anderem auf den Iran-Konflikt zurückzuführen sind, lassen eine baldige Entspannung der Lage nicht erwarten. Die Erzeugerpreise könnten daher auch in den kommenden Monaten auf hohem Niveau bleiben und die Verbraucherpreise weiter nach oben treiben. „Die Stimmung beruhigt sich – aber die Konjunktur zieht nicht an“, kommentierte ein Experte die Lage. Die Entwicklung bleibt angespannt, da die Industrie weiterhin mit hohen Kosten kämpft.

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