US-Börse im Sinkflug: Dow Jones erreicht Tiefstand seit Oktober wegen Nahost-Krieg
Die Aktienmärkte in den USA stehen unter erheblichem Druck. Grund dafür sind die anhaltenden Kämpfe im Nahen Osten, die zu einer fehlenden Deeskalation im Iran-Krieg und hohen Ölpreisen führen. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial fiel zeitweise auf ein Tief seit dem vergangenen Oktober, was bei Anlegern für Ernüchterung sorgt.
Indizes zeigen deutliche Verluste
Am Freitag stand der Dow Jones Industrial gegen Ende der ersten Handelsstunde 0,6 Prozent tiefer bei 45.760 Punkten. Im Verlauf erreichte der Index mit 45.712 Zählern seinen tiefsten Wert seit Oktober. Für die laufende Woche bahnt sich ein Abschlag von 1,7 Prozent an. Andere US-Indizes fielen sogar noch deutlicher: Der marktbreite S&P 500 sank um 0,9 Prozent auf 6.547 Punkte und der technologielastige Nasdaq 100 um 1,2 Prozent auf 24.070 Punkte.
Das charttechnische Bild gilt damit als eingetrübt, denn die drei großen US-Indizes notieren inzwischen alle unterhalb ihrer 200-Tage-Durchschnittslinien. Dies signalisiert eine anhaltende Schwächephase an den Märkten.
Anlegerstimmung verschlechtert sich
David Kruk, Leiter des Handels beim Vermögensverwalter La Financière de l'Echiquier in Paris, kommentierte die Situation: "Der Markt sei zu Beginn des Kriegs vor gut drei Wochen irrtümlich von einem nur kurzen Konflikt ausgegangen." Die Stimmung unter Anlegern habe sich eindeutig in Richtung einer pessimistischeren Haltung verschoben. Weitere Angriffe des Irans auf Öl- und Gasinfrastrukturen der Golfstaaten veranlassten Anleger, vor dem Wochenende das Risiko zu meiden.
Einzelne Ausnahmen trotz allgemeiner Schwäche
Eine positive Ausnahme bildeten am Freitag die Aktien von Fedex, die um 2,1 Prozent in Richtung Rekordhochs stiegen. Der Logistikkonzern präsentierte einen starken Quartalsbericht und hob trotz der kriegsbedingten Unsicherheit sowie der US-Zollpolitik sein Gewinnziel für das laufende Geschäftsjahr an.
Im Technologiesektor fielen ARM Holdings mit einem Anstieg um 3,6 Prozent positiv auf. Als Treiber fungierte hier eine Kaufempfehlung der britischen Bank HSBC. Einen heftigen Kursrutsch um 27 Prozent machten dagegen die Aktionäre von Super Micro durch. Die USA haben einen Mitgründer des Rechenzentren-Ausstatters angeklagt wegen des Verdachts, dass illegal Server mit Nvidia-Chips im Milliardenwert nach China geliefert wurden. Der Angeklagte und weitere Mitarbeiter sollen die KI-Technologie über ein Unternehmen in Südostasien transferiert haben.



