Der weltgrößte Sportartikelhersteller Nike hat im abgelaufenen Quartal die Erwartungen der Wall Street übertroffen. Die Erlöse im vierten Geschäftsquartal beliefen sich auf 10,97 Milliarden Dollar, wie der Adidas-Konkurrent am Dienstag mitteilte. Analysten hatten laut LSEG-Daten im Schnitt mit 10,86 Milliarden Dollar gerechnet. Der Gewinn pro Aktie lag bei 72 Cent. Darin enthalten war ein positiver Effekt von 52 Cent durch die erwartete Erstattung von Importzöllen. Die Nike-Aktie, die im bisherigen Jahresverlauf 35 Prozent an Wert verloren hat, legte im nachbörslichen Handel um rund zwei Prozent zu.
Umbau bei Nike: Fokus auf Kernsportarten und Großhandel
Konzernchef Elliott Hill versucht derzeit, das Unternehmen wieder auf Kernsportarten wie Fußball und Laufen auszurichten. Zudem will er die Beziehungen zum Großhandel wiederbeleben, die unter seinem Vorgänger zugunsten des Direktvertriebs gekappt worden waren. Der Umbau fällt jedoch in ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld, das von Zöllen und dem Krieg im Iran geprägt ist.
Delivery-Hero-Großaktionär Prosus steigert Umsatz und Gewinn
Positive Geschäftsentwicklungen bei den Beteiligungsfirmen haben dem Technologie-Investor Prosus zu einem Umsatz- und Gewinnsprung verholfen. Erstmals schrieben Verbraucherplattformen in sämtlichen Regionen Gewinne, teilte der Delivery Hero-Großaktionär am Montag mit. Prosus hält unter anderem Anteile an der „Lieferando“-Mutter Just Eat Takeaway und dem chinesischen Internetkonzern Tencent.
Der Prosus-Umsatz stieg im Geschäftsjahr 2025/2026 um 57 Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar. Der bereinigte operative Gewinn legte um 84 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar zu. Da der Barmittel-Zufluss mit 1,5 Milliarden Dollar ein Rekordhoch erreichte, soll die Dividende um 40 Prozent auf 0,28 Euro je Aktie angehoben werden. Die Prosus-Titel stiegen daraufhin in Amsterdam um gut drei Prozent.
Evonik profitiert von Lieferengpässen in Asien – Prognose erhöht
Lieferengpässe asiatischer Wettbewerber lassen die Kunden verstärkt zu Produkten des Spezialchemiekonzerns Evonik greifen. Dieser hebt nun aufgrund guter Geschäfte im zweiten Quartal seine Prognose an. Für die zweite Jahreshälfte sieht der Konzern aber weiter Unsicherheiten.
Auf Basis vorläufiger Zahlen erwarte Evonik für das zweite Quartal einen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) zwischen 600 und 650 Millionen Euro und liege damit im Mittel 23 Prozent über dem Vorjahreswert von 509 Millionen Euro, teilte der Essener Konzern am Freitag mit. Noch Anfang Mai hatte Evonik für das zweite Quartal ein Ergebnis von mindestens 550 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Im Halbjahr werde der bereinigte operative Gewinn damit bei 1,1 Milliarden Euro liegen. Evonik hob deshalb den Ausblick für das Geschäftsjahr 2026 an: Der Konzern erwartet nun ein bereinigtes Ebitda zwischen zwei und 2,2 Milliarden Euro nach 1,7 bis zwei Milliarden Euro zuvor.
Weitere Unternehmensmeldungen: H&M, Brenntag, FlatexDegiro
Der schwedische Modekonzern H&M hat sich mit einem zu straffen Lagermanagement selbst ausgebremst und im Frühjahr die Gewinnerwartungen der Analysten verfehlt. Firmenchef Daniel Erver räumte am Donnerstag ein, dass das Bestandsmanagement in einigen Fällen die Fähigkeit beeinträchtigt habe, die Nachfrage vollständig zu befriedigen. Im zweiten Geschäftsquartal (März bis Mai) stagnierte das operative Ergebnis bei 5,91 Milliarden Kronen (rund 525 Millionen Euro), wie das Unternehmen mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit 6,38 Milliarden Kronen gerechnet.
Der Essener Chemikalienhändler Brenntag profitiert vom Iran-Krieg und der Blockade der Straße von Hormus und hebt seine Gewinnerwartungen für 2026 an. Das operative Ergebnis (Ebitda) werde im zweiten Quartal mit 450 (Vorjahr: 334) Millionen Euro über den Erwartungen der Analysten liegen, teilte das Unternehmen am Montagabend mit. Diese hatten Brenntag im Schnitt nur 367 Millionen Euro zugetraut.
Der Online-Broker FlatexDegiro wird seine Umsatz- und Ertragsziele für 2027 nach eigener Einschätzung schon in diesem Jahr erreichen. Nach einem guten ersten Halbjahr sei für 2026 mit einem Umsatzsprung um 16 Prozent auf 650 Millionen Euro zu rechnen, das Konzernergebnis werde um 25 Prozent auf rund 200 Millionen Euro steigen, teilte FlatexDegiro am Freitag mit. „Wir erreichen 2026, was wir ursprünglich für 2027 geplant hatten, und investieren gleichzeitig weiter in die nächste Wachstumsphase“, erklärte Vorstandschef Oliver Behrens.



