Dax-Vorstände kassieren Rekordgehälter trotz Wirtschaftsflaute: Bis zu 211 Prozent mehr
Dax-Chefs: Rekordgehälter trotz Wirtschaftsflaute

Dax-Vorstände kassieren Rekordgehälter trotz Wirtschaftsflaute

Während die deutsche Wirtschaft mit zunehmenden Herausforderungen kämpft, haben sich die Gehälter der Top-Manager in den größten deutschen Konzernen im vergangenen Jahr deutlich erhöht. Laut einem Bericht des Handelsblatts erhielt jeder Dax-Chef im Jahr 2025 durchschnittlich rund 6,9 Millionen Euro – ein satter Anstieg von 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Topverdiener unter den Dax-Bossen

An der Spitze der Einkommensliste steht SAP-Chef Christian Klein (45) mit einer Vergütung von 16,2 Millionen Euro. Interessanterweise bedeutet dies für ihn sogar einen Rückgang im Vergleich zu 2024, als er noch 19 Millionen Euro erhielt. Knapp dahinter folgt Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing (55) mit 16,1 Millionen Euro, der mit einem Plus von 195 Prozent den zweitgrößten Gehaltssprung verzeichnete.

Auf Platz drei positioniert sich Siemens-Chef Roland Busch (61) mit einem Jahresgehalt von 12,3 Millionen Euro. Die Berechnungen stammen vom Handelsblatt Research Institute (HRI), das insgesamt eine Vergütungssumme von 261,3 Millionen Euro für die Dax-Vorstände ermittelte – ein Anstieg von 12,9 Prozent gegenüber 2024.

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Historische Entwicklung und Rekordwerte

Bereits in den Vorjahren zeigte sich ein kontinuierlicher Aufwärtstrend: 2024 stiegen die Gehälter um 10 Prozent, 2023 immerhin noch um zwei Prozent. Erstmals überschritten im Jahr 2025 sieben Top-Manager die Marke von zehn Millionen Euro Jahresvergütung.

Zu dieser exklusiven Gruppe gehören:

  • Telekom-Chef Timotheus Höttges (63) und Allianz-Chef Oliver Bäte (61) mit jeweils 11,6 Millionen Euro
  • Rolf Buch (61), ehemaliger Manager der Vonovia-Immobilienagentur, mit 10,6 Millionen Euro (plus 171 Prozent)
  • Rheinmetall-Chef Armin Papperger (63) mit 10,2 Millionen Euro

Als erste Frau in der Topverdiener-Liste erscheint Merck-Chefin Belén Garijo (65) mit einer Vergütung von 8,3 Millionen Euro.

Aktienkurse als Treiber der Mega-Gehaltsplusse

Die Hauptgründe für die deutlichen Gehaltssteigerungen liegen in Sonderzahlungen und einer verstärkten Ausrichtung der Managervergütung an der Aktienkursentwicklung. Die Kurse der Dax-Unternehmen stiegen 2025 um knapp 23 Prozent – das größte Plus seit 2019. Damit wuchsen die Vergütungen deutlich stärker als die Nettogewinne der Konzerne.

Der Rekordhalter: Christian Bruch von Siemens Energy

Den spektakulärsten Gehaltssprung vollzog Siemens-Energy-Chef Christian Bruch (56), der sein Einkommen im Vergleich zum Vorjahr verdreifachte – ein unglaubliches Plus von 211 Prozent. Trotz dieses Mega-Plus landet er mit einer Gesamtvergütung von 6,6 Millionen Euro jedoch nicht in der Spitzengruppe der Topverdiener.

Diese Entwicklung wirft Fragen zur Angemessenheit von Vorstandsgehältern auf, insbesondere vor dem Hintergrund einer sich verschlechternden gesamtwirtschaftlichen Lage in Deutschland.

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