Nach der Berliner Ablehnung der Commerzbank-Übernahme durch die italienische Unicredit drängt EU-Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera auf mehr Unterstützung für grenzüberschreitende Bankenfusionen. Die EU-Staaten sollten sich solchen Zusammenschlüssen nicht verweigern, forderte sie am Mittwoch auf einer Konferenz.
Ribera: Binnenmarkt vollenden
„Die Vollendung des Binnenmarktes bleibt eine der dringlichsten Prioritäten für die Wettbewerbsfähigkeit Europas“, sagte Ribera. Grenzüberschreitende Fusionen großer europäischer Banken würden dabei helfen. „Die Mitgliedsstaaten sollten solche Transaktionen zum Wohle der Allgemeinheit begrüßen.“ Europa könne nicht gleichzeitig nach global wettbewerbsfähigen Unternehmen rufen und sich angemessene Rahmenbedingungen dafür verweigern.
Hintergrund: Billionenschwere Investitionen nötig
EU-Politiker hatten wiederholt grenzüberschreitende Zusammenschlüsse im Bankensektor gefordert. Hintergrund sind die billionenschweren Investitionen, die zur Finanzierung des grünen und digitalen Umbaus der Wirtschaft in der Europäischen Union erforderlich sind. Die Pläne für eine vollständige Bankenunion stocken jedoch. Bankenvertreter und Aufsichtsbehörden sehen das Fehlen einer gemeinsamen Einlagensicherung für die Euro-Zone als größtes Hindernis für weitere Fortschritte.
Bund lehnt Unicredit-Angebot ab
Der Bund als zweitgrößter Commerzbank-Aktionär hatte dem Übernahmevorstoß der italienischen UniCredit am Dienstag erneut eine Absage erteilt. Die Deutsche Finanzagentur, die die Beteiligung von zwölf Prozent an der Commerzbank für den Bund verwaltet, nannte zur Begründung finanzielle Gründe und machte zudem deutlich, dass der Regierung das aggressive Vorgehen der Italiener missfalle.
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