Bundesbank steigt in Rennen um Kapitalrente-Verwaltung ein
Bundesbank im Rennen um Kapitalrente-Verwaltung

Die Bundesbank hat sich offiziell als Verwalter der geplanten Kapitalrente ins Spiel gebracht – ein Schritt, der aus Sicht von Kommentator Felix Kiefer überfällig war. Die Einführung einer kapitalgedeckten Säule wäre eine Revolution des deutschen Rentensystems, und die Koalition geht sie nun endlich an. Ermutigend sei, dass die Empfehlung der Alterssicherungskommission weder von Union noch SPD zerredet wurde, denn mehr Kapitaldeckung sei entscheidend für eine zukunftsfeste Rentenfinanzierung.

Wettbewerb um die Verwaltung

In Berlin wird bereits um die Details der Ausgestaltung gerungen, insbesondere darum, wer den Zuschlag für die Verwaltung erhält. Bisher war vor allem die Kenfo im Gespräch, Deutschlands erster Staatsfonds, der zur Finanzierung der Atommüll-Lagerung aufgelegt wurde. Die Kenfo-Chefin wirbt offensiv und kann auf prominente Fürsprecher wie Ex-Finanzminister Christian Lindner bauen. Die Bundesbank hielt sich bislang zurück, sprach aber hinter den Kulissen vor. Nun hat sie ein öffentliches Lebenszeichen gegeben – das bedeutet nicht automatisch den Zuschlag, aber es schafft Wettbewerb.

Drei Argumente für die Bundesbank

Die Bundesbank kann drei gewichtige Argumente ins Feld führen: Erstens ihre Bekanntheit und ihr Ruf. Sie genießt in der Bevölkerung ein hohes Vertrauen, anders als andere staatliche Institutionen. Der Wert einer unabhängigen und verlässlichen Zentralbank ist seit Trumps Angriffen auf die US-Notenbank noch deutlicher geworden. Bei einem grundlegenden Systemwandel kann Vertrauen für die Akzeptanz entscheidend sein, zumal in Ostdeutschland die gesetzliche Rente für viele die einzige Altersvorsorge ist und bundesweit vier Fünftel der Menschen Aktien und ETFs meiden.

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Zweitens ihre Erfahrung: Die Bundesbank verwaltet bereits für staatliche Stellen Vermögen in gewaltigem Umfang – aktuell 140 Milliarden Euro. Füllt sich der Kapitalstock der Kapitalrente jährlich mit den von Kanzler Friedrich Merz genannten 30 Milliarden Euro, würde es Jahre dauern, bis man diese Sphären erreicht. Bei der Kenfo wäre es dagegen ein Vielfaches des heute verwalteten Vermögens.

Drittens die Kosten: Bei der Bundesbank liegt das verwaltete Vermögen in eigenen Depots, verwaltet von eigenen Portfoliomanagern. Die Kenfo muss externe Asset-Manager beauftragen, was die Rendite drückt. Zudem ist die Kenfo mit 50 Mitarbeitern deutlich kleiner und agiler als die Bundesbank mit über 10.000 Beschäftigten.

Gesetzgeber hat die Wahl

All diese Faktoren muss der Gesetzgeber nun diskutieren und abwägen. Gut, dass er dabei mehr als eine Option hat. Die öffentliche Bereitschaft der Bundesbank ist ein ermutigendes Signal für einen Wettbewerb, der letztlich dem System zugutekommt.

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