Der Streit zwischen Mercedes-Teamchef Toto Wolff (54) und Ferrari-Boss Frédéric Vasseur (58) in der Formel 1 eskaliert weiter. Nachdem Vasseur Wolff am Freitag indirekt vorgeworfen hatte, Ferrari einen Betrugsverdacht unterstellt zu haben, kontert der Mercedes-Boss nun mit einer deutlichen Ansage.
Wolffs klare Botschaft an Vasseur
Nach dem Sprint in Silverstone sagte Wolff am Samstag bei „Sky“ knallhart: „Fred muss die gesamten Aussagen lesen, nicht nur immer die Überschriften. Dann wird er verstehen, was ich gesagt habe. Er soll es nicht immer so persönlich nehmen.“ Damit reagierte Wolff auf Vasseurs gereizte Äußerungen vom Vortag.
Auslöser des Streits: Wolffs Aussagen nach Österreich
Der Konflikt begann mit Wolffs Kommentaren nach dem Österreich-Rennen am vergangenen Sonntag. Damals hatte er sich darüber gewundert, wie viele neue Teile Ferrari zuletzt an den SF-25 gebracht hatte. Seine Einschätzung: Irgendwann müsse auch Ferrari mit Blick auf die Budgetobergrenze bei den Upgrades zurückstecken – denn alle Teams müssten sich an die gleichen Regeln halten. Dann fiel das entscheidende Wort: „… hoffentlich.“ Für viele klang das wie ein indirekter Betrugsvorwurf.
Vasseur reagierte darauf in Silverstone gereizt. Der Ferrari-Teamchef sagte: „Wenn Mercedes oder Red Bull entwickeln, sind sie Genies. Wenn wir entwickeln, dann betrügen wir.“ Diese Unterstellung wollte Wolff nicht auf sich sitzen lassen.
Wolff weist Betrugsvorwurf entschieden zurück
„Ich habe gesagt, dass sie am Ende zurückstecken müssen mit den Upgrades – weil eben jetzt viel Neues gekommen ist. Da war kein Vorwurf des Betrugs dabei, sondern nur ein Statement. Fred geht leicht an die Decke. Ich kenne ihn seit 25 Jahren“, stellte Wolff klar.
Freundschaft auf dem Prüfstand?
Trotz der scharfen Worte betont Wolff, dass der Konflikt vor allem sportlicher Natur ist. Schließlich kämpfen Mercedes und Ferrari derzeit wieder auf Augenhöhe – und könnten in diesem Jahr die Titel unter sich ausmachen. Auf die Frage, ob die langjährige Freundschaft zwischen ihm und Vasseur darunter leide, antwortete Wolff: „Wir sind Konkurrenten in erster Linie. Manchmal geht man durch einfachere – und manchmal durch schwerere Zeiten.“
Klar ist: Der WM-Kampf wird härter – und der Ton zwischen Mercedes und Ferrari offenbar auch.



