Volkswagen ist nun der größte Einzelaktionär des Tesla-Herausforderers Rivian. Laut einer Mitteilung von Rivian an die US-Börsenaufsicht hält der deutsche Autobauer einen Anteil von 15,9 Prozent. Damit überholt VW den frühen Geldgeber Amazon, der laut jüngsten Angaben noch auf eine Beteiligung von knapp 13 Prozent kommt. Der weltgrößte Online-Händler kauft bei Rivian Elektro-Lieferwagen für die Zustellung.
Milliardeninvestition in Gemeinschaftsunternehmen
Die wachsende Beteiligung von Volkswagen hängt mit einem Gemeinschaftsunternehmen mit dem US-Elektroautobauer zusammen. Es soll unter anderem die Elektronik-Architektur von Rivian für Elektro-Modelle von VW weiterentwickeln. Volkswagen lässt sich die Zusammenarbeit bis zu 5,8 Milliarden Dollar kosten. Diese Investition unterstreicht die strategische Bedeutung der Partnerschaft für beide Unternehmen.
Zonen-Architektur statt traditioneller Steuerung
Ein zentraler Unterschied der bei Rivian entwickelten Architektur ist, dass sie nach Zonen im Fahrzeug statt nach Funktionen aufgebaut ist. Traditionell gibt es etwa separate Kontrolleinheiten für einzelne Aufgaben wie zum Beispiel die Temperatur-Steuerung. Im Rivian-Konzept werden die Funktionen hingegen gebündelt – so kann zum Beispiel ein Computer auf der Fahrerseite sowohl das Gaspedal als auch die Fensterheber steuern.
Die Lösung sorgt für weniger Komplexität und kürzere Kabelstränge – und drückt damit auch die Kosten. Auf Zonen-Architektur setzen auch der Elektroauto-Vorreiter Tesla und diverse chinesische Hersteller. Dies zeigt, dass dieser Ansatz als zukunftsträchtig gilt.
Rivian bringt günstigeres SUV-Modell auf den Markt
Rivian ist gerade dabei, ein etwas günstigeres SUV-Modell mit dem Namen R2 in den USA auf den Markt zu bringen, das die Verkäufe der Firma steigern soll. Mit seinen ersten beiden Fahrzeugen liegt Rivian bei den Verkäufen weit hinter dem Vorreiter Tesla. Die Partnerschaft mit Volkswagen könnte Rivian helfen, seine Position im Markt zu stärken und die Produktion zu skalieren.



