Spritpreise sinken deutlich: ADAC sieht weiteren Spielraum nach unten
Spritpreise sinken deutlich - ADAC sieht weiteren Spielraum

Deutliche Entspannung an den Zapfsäulen: Spritpreise sinken weiter

An den deutschen Tankstellen setzt sich der Abwärtstrend bei den Kraftstoffpreisen fort. Nach den Rekordhöhen um die Osterfeiertage nehmen die Preisrückgänge nun deutlich an Fahrt auf. Der ADAC sieht dabei noch weiteren Spielraum für sinkende Preise in den kommenden Wochen.

Konkrete Preisreduzierungen bei Diesel und Super E10

Im bundesweiten Tagesdurchschnitt vom Mittwoch verbilligte sich Dieselkraftstoff um beachtliche 4,9 Cent auf nun 2,237 Euro pro Liter. Der Preis für Super E10 gab ebenfalls nach und sank um 1,8 Cent auf 2,089 Euro pro Liter. Seit den Allzeithochs nach Ostern hat sich Diesel damit bereits um 21 Cent pro Liter verbilligt, während Super E10 seit dem Jahreshoch am Ostermontag um gut 10 Cent günstiger geworden ist.

Trotz dieser erfreulichen Entwicklung liegen beide Kraftstoffsorten noch immer deutlich über dem Niveau vor Kriegsbeginn. Bei Diesel beträgt der Preisunterschied 49 Cent pro Liter, bei Super E10 sind es 31 Cent pro Liter mehr als in der Vorkriegszeit.

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ADAC prognostiziert weitere Preissenkungen

Der Allgemeine Deutsche Automobil-Club sieht angesichts der aktuellen Entwicklungen bei Dollarkurs und Rohölpreisen noch deutlichen Spielraum für weiter sinkende Preise an den Zapfsäulen. „Einiges spricht dafür, dass die Preise in den kommenden Wochen noch weiter nachgeben werden“, so die Einschätzung des Automobilclubs. Die Kombination aus günstigeren Rohstoffpreisen und einer stabilisierten Währungssituation schaffe günstige Voraussetzungen für zusätzliche Entlastungen an der Tankstelle.

Normalisierung im europäischen Vergleich

Die Entwicklung der deutschen Spritpreise hat sich im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern inzwischen normalisiert. Aktuelle Zahlen der EU-Kommission zeigen, dass Deutschland nach der besonders starken Preisanstiegsphase zu Beginn der sogenannten 12-Uhr-Regel wieder im europäischen Mittelfeld angekommen ist. Berücksichtigt man dabei Länder mit besonderen aktuellen Gegenmaßnahmen, zeigt sich eine ausgeglichene Preisentwicklung innerhalb der Europäischen Union.

Tankrabatt begünstigt vor allem einkommensstarke Haushalte

Der in Deutschland geplante Tankrabatt in Form einer vorübergehenden Steuersenkung von rund 17 Cent pro Liter wird nach Berechnungen der RWTH Aachen vor allem einkommensstarken Haushalten zugutekommen. Hintergrund dieser ungleichen Verteilung ist der deutlich höhere Spritverbrauch wohlhabender Haushalte.

Die Berechnungen zeigen deutliche Unterschiede:

  • Die einkommensschwächsten zehn Prozent der Haushalte sparen durch den Tankrabatt im Schnitt nur 6,48 Euro
  • Die einkommensstärksten zehn Prozent der Haushalte sparen dagegen durchschnittlich 21,64 Euro
  • Bei Haushalten aus wohlhabenden, aber nicht extrem reichen Schichten ergeben sich sogar Durchschnittswerte bis zu 31 Euro

„Es ist keine zielgerichtete Maßnahme“, zitiert der Spiegel den RWTH-Ökonomen Aaron Praktiknjo. „Auch ich zahle jetzt mehr fürs Tanken, aber wenn ich ganz ehrlich bin, hätte ich jetzt diesen Tankrabatt nicht dringend nötig.“ Die Studie verdeutlicht damit die sozial ungleiche Wirkung der geplanten Entlastungsmaßnahme.

Insgesamt zeigt sich an den Tankstellen eine erfreuliche Preisentwicklung, die Verbraucherinnen und Verbrauchern spürbare Entlastung bringt. Gleichzeitig wirft die Diskussion um den Tankrabatt wichtige Fragen zur sozialen Gerechtigkeit von staatlichen Unterstützungsmaßnahmen auf.

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