Red Bull Dosenfabrik in Baruth startet 2028: Neuer Zeitplan nach Gerichtsurteil
Red Bull Dosenfabrik Baruth startet 2028

Die geplante Dosenfabrik von Red Bull in Baruth soll nun im Jahr 2028 in Betrieb gehen. Dies gab Welf Jung, Vizepräsident von Ball Deutschland, bei einem Vor-Ort-Termin bekannt. Das Projekt war durch ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg zurückgeworfen worden, das den Bebauungsplan kippte.

Hintergrund des Projekts

Die drei Unternehmen Rauch, Red Bull und Ball setzen die Erweiterung der Getränkeproduktion in Baruth gemeinsam um. Bereits in der Vergangenheit haben sie ähnliche Werke in Europa und den USA realisiert. Nach dem Rückschlag im Frühjahr 2026 wird nun ein neuer Bebauungsplan aufgestellt. Das Beteiligungsverfahren startet in Kürze, der B-Plan soll im Herbst 2026 rechtskräftig werden.

In Baruth werden bereits seit Jahrzehnten Getränke hergestellt. Die österreichische Rauch-Gruppe und Red Bull hatten 2023 die insolvente Baruther Urstromquelle erworben und die Belegschaft übernommen. Baruth ist heute eines von 16 Werken der Rauch-Gruppe, die im Vorjahr mit 3200 Mitarbeitern 1,8 Milliarden Euro Umsatz erzielte.

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Aktuelle Produktion und Kapazitäten

In der hochautomatisierten Abfüllfabrik werden derzeit traditionelle PET-Flaschen mit Mineralwasser, Cola, Brause und Schorlen abgefüllt. Zwei Produktionslinien können bei Vollauslastung 63.000 Halbliterflaschen und 42.000 1,5-Liter-Flaschen pro Stunde auswerfen. In einer separaten Halle laufen vier Linien für Red Bull-Energydrinks in Dosen. Die Kapazität beträgt 120.000 Dosen pro Linie und Stunde, insgesamt knapp 480.000 Dosen pro Stunde, 8000 pro Minute, 133 pro Sekunde. Die genauen Produktionszahlen werden von den Firmen nicht genannt.

Herausforderungen und neue Jobs

Bisher werden die Aluminiumdosen über Hunderte Kilometer per Lkw angeliefert, was rund 12.000 Fahrten pro Jahr und 500 pro Tag entspricht. Die neue Dosenfabrik soll direkt am Standort entstehen, um Lieferwege zu vermeiden. Eine rund 100 Meter lange Fließbandbrücke soll die Dosen in die Abfüllhalle transportieren. 200 neue Arbeitsplätze im Dosenwerk sind geplant, die Belegschaft soll auf 600 Mitarbeiter wachsen. Die Planungen für einen Gleisanschluss haben begonnen.

Wasserverbrauch und Umweltbedenken

In der Vergangenheit gab es Schlagzeilen um den Wasserverbrauch der Fabrik. Eine Bürgerinitiative und Umweltverbände befürchteten eine übermäßige Grundwasserentnahme. Das Baruther Urstromtal zählt jedoch zu den grundwasserreichen Regionen Brandenburgs. Die bisherige Produktion hatte laut Umweltbehörden und Rathaus keine messbaren Auswirkungen. Die geltende Genehmigung erlaubt maximal 6500 Kubikmeter Wasser täglich, was 2,4 Millionen Kubikmeter pro Jahr entspricht. Projektleiter Bjön Hoffbauer versicherte: „Das Werk wird nach der Erweiterung um die Dosenproduktion nicht mehr Wasser verbrauchen. Es bleibt im bisher genehmigten Rahmen.“

Das Oberverwaltungsgericht hatte die Wasserproblematik und Naturschutz-Einwände in seinem Urteil nicht berücksichtigt. Die Entscheidung stützte sich darauf, dass für das Industriegebiet keine Fläche mit unbegrenzten Störgraden für Lärmemissionen ausgewiesen wurde. Auch im neuen Bebauungsplan soll unlimitierter Krach ausgeschlossen bleiben.

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