Der Wechsel von Nathaniel Brown zu Bayern München ist perfekt. Der 23-jährige Linksverteidiger kommt von Eintracht Frankfurt und unterschreibt beim deutschen Rekordmeister einen Vertrag bis zum 30. Juni 2031. Dies gab der FC Bayern am heutigen Tag bekannt. Browns Vertrag bei der Eintracht war ursprünglich bis Sommer 2030 datiert.
Transfer nach WM-Aus der DFB-Elf
Der Transfer des Nationalteam-Aufsteigers erfolgte wenige Tage nach dem frühen Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft. Beim überraschenden Ausscheiden im Sechzehntelfinale gegen Paraguay am Montag stand Brown wieder in der Startformation, nachdem er zuvor im letzten Vorrundenspiel gegen Ecuador verletzungsbedingt gefehlt hatte. Die obligatorische medizinische Untersuchung sollte eigentlich am Rande der WM in den USA stattfinden, wurde aber in München durchgeführt.
Eberl: „Rasante Entwicklung“
Sportvorstand Max Eberl äußerte sich erfreut über den Neuzugang: „Wir freuen uns sehr, in Nathaniel Brown einen Spieler zum FC Bayern zu holen, der eine rasante Entwicklung genommen hat, trotzdem noch viel Potenzial besitzt und dem die Zukunft gehört. Er hat bei der WM Akzente gesetzt und gezeigt, warum wir uns schon länger mit ihm befasst haben. Er wird unsere Möglichkeiten in der Defensive und im Mittelfeld erweitern.“
Erst am Mittwoch hatte der FC Bayern den marokkanischen WM-Star Ismael Saibari von der PSV Eindhoven verpflichtet. Saibari unterschrieb ebenfalls einen Vertrag bis Sommer 2031. Die Ablösesumme soll Schätzungen zufolge bei rund 55 Millionen Euro liegen.
Ablösepaket von über 50 Millionen Euro
Zu den finanziellen Modalitäten des Brown-Transfers äußerten sich die Bundesligisten nicht. Spekuliert wird über ein Ablösepaket von rund 55 Millionen Euro. Anfänglich soll Eintracht Frankfurt mehr als 60 Millionen Euro gefordert haben.
Brown, der bei der Nationalmannschaft den Spitznamen „Nene“ trägt, hatte beim 7:1-Sieg gegen Curaçao seinen ersten großen WM-Moment gefeiert – und das gleich bei seiner Premiere. „Ich kann das gar nicht beschreiben, ich bin einfach in die Ecke gerannt“, sagte er nach seinem ersten Tor im Nationaltrikot. Vor dem letzten Gruppenspiel gegen Ecuador wurde er durch muskuläre Probleme ausgebremst, und dann folgte die große Enttäuschung gegen Paraguay.
Rasanter Aufstieg
Erst im Oktober hatte Brown sein Debüt im Team von Bundestrainer Julian Nagelsmann gefeiert. Nach nur fünf Länderspielen hatte er sich den Platz in der WM-Startformation erkämpft. Der letztjährige EM-Teilnehmer mit der U21-Nationalmannschaft rechtfertigte das Vertrauen des Bundestrainers. Der gebürtige Amberger hatte nach Lehrjahren beim 1. FC Nürnberg in Frankfurt eine rasante Entwicklung genommen. In der WM-Vorbereitung hatte er das Bayern-Thema noch abgeblockt: „Ich konzentriere mich voll und ganz auf die WM.“
Nun zeigte er sich in der Bayern-Mitteilung stolz: „Der FC Bayern gehört zu den besten Vereinen der Welt. Die Chance, für diesen Club zu spielen, bedeutet mir unglaublich viel und erfüllt mich mit Stolz. Zudem komme ich aus Bayern, was es noch spezieller macht. Ich habe immer davon geträumt, auf höchstem Niveau um die größten Titel zu spielen, setze mir die höchsten Ziele und möchte jeden Tag das Maximum aus mir herausholen.“
Konkurrenz für Davies
Bei den Münchnern steht mit Alphonso Davies ein weiterer Linksverteidiger unter Vertrag, dessen Kontrakt noch bis 2030 läuft. Der kanadische Nationalspieler, der den Auftakt des WM-Mitgastgebers wegen einer Muskelverletzung verpasste, war in der vergangenen Saison wiederholt nach Verletzungen ausgefallen.
Müller traut Brown den Schritt zu
Der langjährige Bayern-Profi Thomas Müller traut Brown den großen Schritt zu. „Von den Qualitäten und vom Potenzial her auf jeden Fall“, sagte der Fußball-Routinier kürzlich. Müller warnte jedoch, dass man bei Bayern „natürlich brutale Konkurrenz“ habe. „Aber das ist ein Spieler, der auf jeden Fall interessant ist. Und ich glaube, das sieht jeder, dass er interessant ist.“



