Der ehemalige FDP-Vorsitzende und Ex-Bundesfinanzminister Christian Lindner wird neuer Konzernchef der Autoland AG. Das gab Unternehmensgründer Wilfried Wilhelm Anclam in einem Podcast des Branchenmagazins „Autohaus“ bekannt. Lindner, der seit Januar stellvertretender Vorstandsvorsitzender ist, soll innerhalb des nächsten Jahres den Posten des Vorstandsvorsitzenden übernehmen.
Übergabe läuft bereits
„Das Unternehmen muss in die Hände des Managements. Und der erste Management-Leader ist Herr Lindner. Er wird der Konzernchef werden“, sagte Anclam in dem Podcast. Beide seien bereits mitten in der Übergabe. So lägen die gesamten Vertriebsstrukturen bereits bei Lindner. Anclam selbst will weiterhin im Unternehmen aktiv bleiben.
Lindner lobt Standort im Osten
Gegenüber der „Leipziger Volkszeitung“ und der „Sächsischen Zeitung“ äußerte sich Lindner zu seinen Plänen: „Autoland soll also eine eigene Marke werden und nicht ein Unternehmen sein, das nur andere Marken verkauft.“ Für die zweite Jahreshälfte strebt er an, online so viele Autos zu verkaufen wie eine Niederlassung in Dresden im gesamten Jahr. Die Autoland AG mit Hauptsitz in Sandersdorf-Brehna (Sachsen-Anhalt) ist nach eigenen Angaben der größte markenunabhängige Automobilhandelskonzern Deutschlands und vertreibt Neu- und Gebrauchtwagen. „Ich finde es großartig, dass mit Autoland einmal ein Unternehmen aus Ostdeutschland in den Westen expandiert statt umgekehrt“, betonte Lindner.
Vom „Auto-Aldi“ zum Branchenriesen
Der Konzern wurde 1978 in Hannover gegründet. Nach dem Mauerfall verlegte Anclam die Zentrale zunächst nach Leipzig. Heute hat Autoland eigenen Angaben zufolge 37 Standorte in zehn Bundesländern, darunter Chemnitz, Bautzen und Dresden. Laut dem jüngsten Jahresabschluss erzielte das Unternehmen 2025 einen operativen Gewinn von fast 100 Millionen Euro. In der Branche ist Autoland als „Auto-Aldi“ bekannt. Lindner war zuvor nach dem Ausscheiden aus der Bundespolitik in die Automobilbranche eingestiegen.



