Christian Lindner, der frühere Bundesfinanzminister, hat sich kritisch zum aktuellen Vorschlag der Bundesregierung zur Einführung einer Kapitalrente geäußert. Auf die Frage, ob er Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundestagspräsidentin Bärbel Bas bereits gratuliert habe, antwortete Lindner: „Nein, denn noch ist es ja nur der Vorschlag einer Kommission.“
Beachtliche Impulse, aber auch Rückschritte
Lindner würdigte den Vorschlag als „beachtlich“ und betonte, dass er Impulse für mehr Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit enthalte. Allerdings verwies er auch auf „einige Rückschritte“ und zeigte sich gespannt, „was am Ende des Prozesses stehen wird“. Der FDP-Politiker machte deutlich, dass er das Rentenpaket in seiner jetzigen Form nicht unterschreiben würde.
Die Kapitalrente, die von der von Bas eingesetzten Kommission vorgeschlagen wurde, sieht vor, dass ein Teil der Rentenbeiträge in Kapitalmärkte investiert wird, um die Rendite zu steigern und die Renten langfristig zu sichern. Befürworter erhoffen sich davon eine Entlastung der Beitragszahler und mehr Stabilität im demografischen Wandel.
Kritik an mangelnder Nachhaltigkeit
Lindner, der selbst als Finanzminister die Idee einer Aktienrente vorangetrieben hatte, kritisierte jedoch, dass der Kommissionsvorschlag nicht weit genug gehe. „Das Ergebnis der Kommission würde ich mir nicht einfach so zu eigen machen“, sagte er. Er forderte eine konsequentere Ausrichtung auf kapitalgedeckte Elemente, um das umlagefinanzierte System zu entlasten.
Die Bundesregierung plant, das Rentenpaket noch in diesem Jahr zu verabschieden. Ob es die Zustimmung der FDP erhält, ist angesichts Lindners kritischer Haltung ungewiss.



