Gegen 05.30 Uhr am frühen Morgen des 5. Juli 2026 drangen unbekannte Täter gewaltsam in das Lalique-Museum im elsässischen Wingen-sur-Moder ein und stahlen rund 20 Schmuckstücke im Wert von mehreren Millionen Euro. Nach Angaben der Ermittler könnte der Schaden etwa vier Millionen Euro betragen.
Diebe zielten gezielt auf den Schmucksaal
Die Einbrecher steuerten direkt den Schmucksaal an, was auf eine genaue Kenntnis der Örtlichkeiten hindeutet. Eine Alarmanlage löste aus, doch das Sicherheitsunternehmen benötigte Zeit, um die Situation zu überprüfen. In der Zwischenzeit traf eine Reinigungskraft am Tatort ein, entdeckte die Einbruchsspuren und alarmierte die Gendarmerie.
Ermittlungen laufen auf Hochtouren
Die Polizei wertet derzeit die Aufnahmen der Überwachungskameras aus. Aus ermittlungstaktischen Gründen machen die Behörden keine Angaben zu mutmaßlichen Fluchtwegen, Tatwerkzeugen oder möglichen Komplizen. Festnahmen wurden bislang nicht gemeldet.
Das Museum selbst hält sich bedeckt. In sozialen Netzwerken teilte es lediglich mit, Opfer eines Einbruchs geworden zu sein. Es bleibe für einige Tage geschlossen, um eine Wiedereröffnung „in Ruhe und in völliger Sicherheit“ zu ermöglichen. „Alle gestohlenen Stücke wurden vom Museumsteam identifiziert und ihre Beschreibungen wurden an die zuständigen Behörden weitergeleitet, um die Suche zu erleichtern“, teilte das Museum mit.
Bürgermeister kritisiert Sicherheitsfirma
Der Bürgermeister von Wingen-sur-Moder, Christian Dorschner, zeigte sich gegenüber der Zeitung Dernières Nouvelles d'Alsace verärgert: „Die Sicherheitsfirma hat nicht sofort eingegriffen, sie hat nicht die Polizei gerufen.“
Museum galt als sensibler Ort
Das 2011 eröffnete Museum ist René Lalique gewidmet, einem bedeutenden Schmuck- und Glaskünstler des Jugendstils und des Art déco (1860–1945). Es liegt in der Nähe der gleichnamigen Manufaktur und zeigt auf rund 900 Quadratmetern Glasarbeiten Laliques. Nach dem spektakulären Einbruch in den Pariser Louvre im Oktober 2025 stand das Lalique-Museum unter besonderer Beobachtung. Es galt laut Ermittlern als „sensibler Ort“. Es habe Schutzvorkehrungen gegeben, hieß es aus Ermittlerkreisen. Diese seien aber „nicht ausreichend“ gewesen.



