Hochtief steigt in den Dax auf: Baukonzern profitiert von KI-Boom
Hochtief steigt in Dax auf: Baukonzern profitiert von KI-Boom

Der Essener Baukonzern Hochtief ist seit Montag offiziell im Dax gelistet und hat die Beteiligungsgesellschaft Porsche SE aus dem Leitindex verdrängt. Porsche SE, der Großaktionär von Volkswagen, ist künftig im MDax notiert.

Aufstieg dank KI-Boom und Infrastrukturprogrammen

Der Aufstieg von Hochtief in den Dax folgt einer bemerkenswerten Kursentwicklung. Der Aktienkurs hat sich binnen eines Jahres mehr als verdreifacht. Grund dafür ist unter anderem der Boom beim Bau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz (KI), vor allem in den USA. Auch milliardenschwere Infrastrukturprogramme und steigende Verteidigungsausgaben in vielen Ländern beleben die Nachfrage nach den Dienstleistungen des Baukonzerns.

Der Börsenwert von Hochtief liegt bei rund 38 Milliarden Euro. Allerdings befinden sich nur etwa 20 Prozent der Aktien im Streubesitz. Die übrigen 80 Prozent gehören dem spanischen Bau- und Infrastrukturriesen ACS, der seit Mitte 2011 die Kontrolle bei Hochtief hat. Die bei Hochtief gebündelten Geschäfte machen den Großteil der ACS-Aktivitäten aus: Im Jahr 2025 entfielen gut drei Viertel des ACS-Konzernumsatzes auf Hochtief-Unternehmen.

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Regeln für den Dax-Aufstieg

Die Aufnahme in den Dax folgt genau festgelegten Regeln. Entscheidend für Auf- oder Abstieg sind der Wert der Streubesitzaktien an einem bestimmten Tag sowie die Handelsumsätze an der Börse. Alle drei Monate wird überprüft, welche Unternehmen in die Indizes Dax, TecDax, MDax und SDax aufgenommen werden oder sie verlassen müssen. Die Änderungen sind vor allem für Fonds wichtig, die Indizes real nachbilden, da dort entsprechend umgeschichtet und umgewichtet werden muss.

Weltweites Netz von Baugesellschaften

Die Hochtief AG in Essen ist die Muttergesellschaft für ein weltweit verzweigtes Geflecht von großen Baufirmen. Gebaut wird fast alles: Wolkenkratzer und Krankenhäuser, Straßen und Brücken, Tunnel und Flughäfen. Auch Anlagen für die Energiewende wie Solarparks, Rechenzentren, Bergbauanlagen und militärische Infrastruktur gehören zum Repertoire. Den größten Teil des Geschäfts macht der Baukonzern mit seinen Auslandstöchtern Turner (USA) und Cimic (Australien).

Ende 2025 beschäftigte der Konzern rund 61.500 Menschen, davon knapp 3700 in Deutschland. Vorstandschef ist Juan Santamaría Cases, der auch CEO von ACS ist.

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