Union-Politiker warnt vor dramatischen Folgen des Helium-Mangels für Autobauer
Der Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) hat in Berlin eindringlich vor den wirtschaftlichen Konsequenzen eines drohenden Helium- und Kerosin-Mangels gewarnt. Der CDU-Politiker, der gemeinsam die Taskforce zu den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Kriegs leitet, sieht insbesondere die deutsche Automobilindustrie in ernster Gefahr.
Chipproduktion steht vor dem Kollaps
"Aktuell diskutieren wir die Spritpreise. Es redet keiner über ausgehendes Kerosin. Es spricht keiner über Helium, welches Bestandteil von Chips ist", sagte Müller mit deutlichen Worten. Die Lage beschrieb er als dramatisch: "Wenn die ersten Chipfabriken in der Welt ankündigen, dass in sechseinhalb Wochen keine Chips mehr produziert werden, dann werden wir im dritten und vierten Quartal große Herausforderungen bekommen, unter anderem in der Automobilindustrie."
Helium wird in der Halbleiterproduktion für die Herstellung von Mikrochips benötigt, die wiederum essenziell für moderne Fahrzeuge sind. Ohne diese elektronischen Bauteile können keine Autos mehr vom Band laufen.
Autobauer vor massiven Produktionsausfällen
Besonders alarmierend ist die Prognose für die deutsche Automobilindustrie. Bereits im dritten und vierten Quartal 2026 drohen massive Produktionsausfälle, wenn die Chipversorgung zusammenbricht. Die Branche, die bereits in den vergangenen Jahren mit Lieferengpässen zu kämpfen hatte, steht damit vor einer noch größeren Herausforderung.
Müller betonte, dass bei einer längeren Krise nicht nur Pendler und Mittelständler betroffen wären: "Dann trifft es jeden Bürger." Der Staat könne jedoch nicht alle Folgen abfangen, räumte der Unionspolitiker ein.
Grundlegende energiepolitische Veränderungen gefordert
Statt kurzfristiger Hilfsmaßnahmen fordert Müller grundlegende Änderungen in der Energiepolitik. Dazu gehören:
- Reduzierung der Abhängigkeit von Öl- und Gasimporten
- Stärkere Nutzung erneuerbarer Energien wie Wind- und Sonnenkraft
- Langfristige Sicherung strategischer Rohstoffversorgung
Die Warnung des Unionspolitikers kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Energiekrise bereits verschärft hat. Die drohenden Engpässe bei Kerosin und Helium könnten die wirtschaftliche Situation in Deutschland weiter verschlechtern und insbesondere die exportstarke Automobilindustrie hart treffen.



