EU-Nachbarn holen bei Spritpreisanstieg auf: Deutschland verliert Vorsprung
EU-Nachbarn holen bei Spritpreisanstieg auf

EU-Nachbarn holen bei Spritpreisanstieg auf: Deutschland verliert Vorsprung

Deutschland liegt beim Anstieg der Spritpreise seit Beginn des Iran-Krieges nicht mehr vor seinen direkten EU-Nachbarn. Hatten die deutschen Verbraucher in den ersten Wochen noch deutlich höhere Preissteigerungen als beispielsweise in Belgien, Tschechien oder Polen hinnehmen müssen, liegen diese inzwischen eher im Mittelfeld, wie aus aktuellen Daten der EU-Kommission hervorgeht.

Preissteigerungen gleichen sich an

Die EU-Kommission meldet einmal wöchentlich Spritpreisdaten für alle Mitgliedsländer. Die aktuellsten Werte stammen vom vergangenen Montag, dem 23. März. Vergleicht man diese mit den Zahlen vom 23. Februar, dem letzten Wert vor Kriegsausbruch, ergeben sich für die EU-Nachbarn - Frankreich ausgenommen - bei Diesel Anstiege zwischen knapp 54 und gut 60 Cent pro Liter. Deutschland liegt hier mit 56,4 Cent mitten innerhalb der Spanne.

Bei Superbenzin liegen die Steigerungen zwischen 27 und gut 33 Cent pro Liter. Deutschland liegt hier mit knapp 31 Cent ebenfalls im Mittelfeld. Frankreich wurde bei beiden Kraftstoffen nicht berücksichtigt, da es dort inzwischen zusätzliche Maßnahmen zur Senkung der Spritpreise gibt, was den Vergleich verzerren würde.

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Deutschland bleibt teures Land

Das gilt wohlgemerkt für die Höhe des Preisanstiegs, nicht für die Preise selbst. Hier zählte Deutschland schon vor Kriegsausbruch eher zu den teureren Ländern und tut dies nach wie vor. Tanken in Polen ist nach wie vor billiger als in Deutschland - doch der Preisanstieg seit Kriegsbeginn ist inzwischen weitgehend identisch.

Warum die Spritpreise in Deutschland zunächst schneller stiegen als in den Nachbarländern, ist derzeit noch unklar. In der ersten Phase des Iran-Krieges verteuerten sich Diesel und Superbenzin hierzulande viel schneller als jenseits der Grenze. Inzwischen ist dieser Effekt praktisch verschwunden.

Österreich-Vergleich zeigt interessante Entwicklung

Für die deutsche Politik besonders interessant könnte der Vergleich mit Österreich sein. Die Regelung, Spritpreise nur einmal pro Tag erhöhen zu dürfen, hat sich Deutschland als Vorbild genommen. Dort ist der Preisanstieg bei Superbenzin inzwischen sogar etwas größer als hierzulande, bei Diesel annähernd gleich.

Das passt zu Aussagen von Experten, die bezweifeln, dass die einmalige Erhöhung pro Tag sich dämpfend auf die Entwicklung der Spritpreise auswirkt. Der Bundestag hat am Donnerstag das von der Regierung vorgeschlagene Maßnahmenpaket als Reaktion auf die starken Spritpreisanstiege angenommen, am Freitag soll es durch den Bundesrat.

Die Entwicklung zeigt, dass die anfänglichen Unterschiede in der Preisdynamik zwischen Deutschland und seinen Nachbarländern sich inzwischen weitgehend ausgeglichen haben. Während Deutschland weiterhin zu den teureren Ländern für Kraftstoffe gehört, hat sich das Tempo der Preissteigerungen angeglichen.

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