Chaos in Silverstone: Falscher Ferrari gewinnt, Leclerc siegt
Chaos in Silverstone: Falscher Ferrari gewinnt

Charles Leclerc (28) hat den Großen Preis von Großbritannien in Silverstone gewonnen. Der Monegasse im Ferrari krönte sich zum König der Traditionsstrecke, doch der Triumph war von einem großen Strategiefehler seines Teams überschattet. Ausgerechnet Publikumsliebling Lewis Hamilton (41), der für Ferrari fährt, verpasste bei seinem Heimrennen den erhofften Sieg und musste sich mit Platz 3 begnügen. Grund war ein spätes Safety-Car, das das Rennen entscheidend beeinflusste.

Rekordkulisse in Silverstone

Das Rennwochenende in Silverstone schrieb Geschichte: 564.000 Fans strömten an die Strecke – ein neuer Zuschauerrekord für einen Formel-1-Grand-Prix. Die Rekordkulisse erlebte ein spektakuläres Rennen mit Drama für Max Verstappen, Kimi Antonelli und Lewis Hamilton. Bereits der Start war turbulent: Antonelli kam gut weg, doch seine Räder drehten durch, sodass beide Ferraris vorbeizogen. Leclerc übernahm die Führung vor Hamilton, der seinen Heimfans kurz Hoffnung machte.

Strategie und Überholmanöver

Die große Überholshow wie im Sprint am Samstag blieb zunächst aus. Antonelli nahm die Verfolgung der Ferraris auf und musste an Hamilton vorbei. Der siebenmalige Weltmeister machte die Tür lange zu, obwohl ihm bereits eine Fünf-Sekunden-Strafe wegen eines Fehlstarts drohte. Erst in Runde 11 schnappte sich Antonelli den Briten auf der alten Start-Ziel-Geraden. An der Spitze kontrollierte Leclerc das Rennen souverän.

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Erst die Strategie brachte Bewegung hinein. In Runde 17 eröffnete Max Verstappen mit seinem Boxenstopp den Reigen der Topfahrer. Mit frischen Reifen fuhr der Red-Bull-Star sofort die schnellste Runde und brachte sich dank Hamiltons Strafe in Schlagdistanz zum Podium. Hamilton kam in Runde 24 an die Box, saß seine Strafe ab und fiel hinter Verstappen und George Russell auf Rang sechs zurück. Zwei Runden später stoppte auch Leclerc. Antonelli übernahm kurzzeitig die Führung, funkte aber verärgert an die Box: „Lasst bitte nicht zu, dass die anderen einen Undercut machen.“

Spektakuläre Duelle und Drama

Die beste Szene des Rennens folgte wenig später: Hamilton presste sich in Runde 29 innen an Russell vorbei, doch der konterte sofort. Zwei Runden später lieferten sich die beiden Briten das nächste packende Duell – das spektakulärste Überholmanöver des Nachmittags. Für Russell endete der Zweikampf bitter: Ein Bremsplatten zwang ihn zu einem weiteren Boxenstopp, die Podiumshoffnungen waren dahin. In Runde 35 kam schließlich auch Antonelli zum Reifenwechsel. Als Zweiter kehrte er 7,5 Sekunden hinter Leclerc auf die Strecke zurück. Die Jagd begann: Pro Runde holte der Italiener eine Sekunde auf.

Doch plötzlich ein virtuelles Safety-Car: Nico Hülkenberg stand außerhalb der Strecke – wieder keine Punkte für den Deutschen. Das ganz große Drama passierte an der Spitze: Kimi Antonelli funkte: „Es ist irgendwas gebrochen.“ Der Italiener fuhr in die Box. Der mögliche Sieg war futsch. Zwar kam er auf Position 6 zurück, aber das Mercedes-Team vermeldete einen Defekt an der Radabdeckung vorne links. Antonelli versuchte alles, um zumindest ein paar Punkte zu holen.

Bock bei Ferrari

In Runde 48 gab es einen Aufschrei: Max Verstappen rauschte auf Platz 3 liegend von der Strecke („Unglaublich, dieses Auto!“) – Safety-Car! Charles Leclerc kam schnell in die Box, auch Hamilton holte neue Gummis. Doch der Brite rutschte dadurch hinter George Russell, der draußen blieb. Das große Problem: Das Safety-Car kam gar nicht mehr rein. Das Rennen wurde nie wieder freigegeben. So endete das Rennen im Schneckentempo und mit einem Riesen-Bock bei Ferrari.

Endergebnis Großer Preis von Großbritannien

Charles Leclerc (Ferrari) siegte vor George Russell (Mercedes) und Lewis Hamilton (Ferrari). Die weiteren Punkte: 4. Lando Norris (McLaren), 5. Isack Hadjar (Red Bull), 6. Liam Lawson (Racing Bulls), 7. Arvid Lindblad (Racing Bulls), 8. Gabriel Bortoleto (Audi), 9. Franco Colapinto (Alpine), 10. Pierre Gasly (Alpine). Dahinter folgten Oscar Piastri (McLaren), Carlos Sainz (Williams), Oliver Bearman (Haas), Esteban Ocon (Haas), Sergio Perez (Cadillac), Kimi Antonelli (Mercedes), Valtteri Bottas (Cadillac), Fernando Alonso (Aston Martin) und Lance Stroll (Aston Martin). Ausfälle: Max Verstappen (Red Bull), Alexander Albon (Williams) und Nico Hülkenberg (Audi).

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