Die Bundeswehr beschafft 58 neue Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 A7V. Der Auftrag hat ein Volumen von rund 1,2 Milliarden Euro, wie das Bundesverteidigungsministerium mitteilte. Die Panzer werden von der Firma KMW (Krauss-Maffei Wegmann) in München produziert. Die Auslieferung soll bis 2025 abgeschlossen sein.
Modernisierung der Panzertruppe
Mit der Beschaffung wird die Panzertruppe der Bundeswehr modernisiert. Die Leopard 2 A7V sind die modernste Version der Leopard-2-Familie. Sie verfügen über verbesserten Schutz, eine leistungsfähigere Waffenanlage und eine modernere Digitaltechnik. Die Panzer ersetzen ältere Modelle, die außer Dienst gestellt werden.
Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) betonte die Bedeutung der Panzerbeschaffung für die Landesverteidigung: „Mit den neuen Kampfpanzern stärken wir die Fähigkeiten unserer Bundeswehr und tragen zur Bündnisverteidigung bei. Die Leopard 2 A7V sind ein zentraler Baustein für die Sicherheit Deutschlands und unserer Verbündeten.“
Auftrag sichert Arbeitsplätze
Der Auftrag sichert Arbeitsplätze bei KMW und den Zulieferern. In der Panzerproduktion sind rund 1.500 Mitarbeiter direkt beschäftigt, hinzu kommen tausende Arbeitsplätze in der Zulieferindustrie. Der Panzerbauer KMW ist einer der wichtigsten Rüstungskonzerne in Deutschland.
Die Bundeswehr verfügt derzeit über rund 240 Kampfpanzer vom Typ Leopard 2. Mit den neuen Fahrzeugen steigt die Zahl auf knapp 300. Die Panzer werden in den Panzerbataillonen der Heerestruppe eingesetzt. Die Beschaffung ist Teil der geplanten Aufwüchse der Bundeswehr im Zuge der Zeitenwende.
Kritik an Beschaffungstempo
Oppositionspolitiker kritisierten das langsame Tempo der Beschaffung. Der verteidigungspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Henning Otte, sagte: „Es ist gut, dass endlich neue Panzer bestellt werden. Aber die Bundeswehr braucht die Fahrzeuge dringend. Die Auslieferung bis 2025 ist zu spät. Wir müssen schneller werden.“
Die Bundeswehr hatte in den vergangenen Jahren ihre Panzerbestände deutlich reduziert. Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine wurde eine Wende in der Verteidigungspolitik eingeleitet. Die Bundesregierung hat ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr bereitgestellt. Davon fließen nun Mittel in die Panzerbeschaffung.
Leopard 2 A7V im Detail
Der Leopard 2 A7V ist die neueste Version des Kampfpanzers Leopard 2. Er wiegt rund 62 Tonnen und wird von einem Dieselmotor mit 1.500 PS angetrieben. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 70 km/h. Die Bewaffnung besteht aus einer 120-mm-Glattrohrkanone und zwei Maschinengewehren. Der Panzer bietet Platz für vier Besatzungsmitglieder.
Die Panzerung wurde verstärkt, um Schutz vor modernen Panzerabwehrwaffen zu bieten. Zudem verfügt der Panzer über ein aktives Schutzsystem, das anfliegende Raketen abwehren kann. Die Digitaltechnik ermöglicht eine verbesserte Zielerfassung und Vernetzung mit anderen Einheiten.
Die Bundeswehr hat bereits 104 Leopard 2 A7V bestellt. Mit den neuen 58 Panzern steigt die Gesamtzahl auf 162. Die Panzer werden in den nächsten Jahren ausgeliefert. Die Bundeswehr plant, insgesamt 200 Kampfpanzer des Typs Leopard 2 A7V zu beschaffen.



