Russlands Wirtschaft nach vier Kriegsjahren im Minus: Putin muss sinkende Zahlen eingestehen
Russlands Wirtschaft im Minus: Putin gibt sinkende Zahlen zu

Russlands Wirtschaft nach vier Kriegsjahren im Minus: Putin muss sinkende Zahlen eingestehen

Öffentlich spielte Wladimir Putin die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Russlands lange herunter, doch nun kann selbst der Kreml-Chef die negativen Entwicklungen nicht mehr leugnen. Offiziellen Angaben zufolge ist die russische Wirtschaft nach vier Jahren Krieg ins Minus gerutscht, was Putin in einer Regierungssitzung einräumen musste.

Offizielle Zahlen zeigen deutlichen Rückgang

Bei einer Sitzung mit seiner Regierung gab Putin bekannt, dass das Bruttoinlandsprodukt im Januar dieses Jahres um 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken ist. Gleichzeitig verzeichnete die Industrieproduktion einen Rückgang von 0,8 Prozent. Während Putin diese Entwicklung mit einer größeren Anzahl an Feiertagen in diesem Jahr gegenüber 2025 erklärte, forderte er zugleich entschiedene Maßnahmen, um auf den Pfad nachhaltigen Wachstums zurückzukehren.

Diese Aussage markiert einen deutlichen Wandel, denn noch im September des vergangenen Jahres hatte der russische Machthaber öffentlich betont, die Ökonomie benötige lediglich eine sanfte Landung. Sein eigener Wirtschaftsminister hatte ihn zuvor gewarnt, doch Putin wollte von den Problemen nichts wissen.

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Kriegswirtschaft kann zivile Sektoren nicht mehr stützen

Putin hatte im Februar 2022 den Angriff auf die Ukraine befohlen, was zu umfangreichen Sanktionen des Westens führte. Zunächst konnte die russische Wirtschaft durch die Umstellung auf eine Kriegswirtschaft relativ gut widerstehen, angetrieben vom staatlich finanzierten Rüstungssektor, der das Bruttoinlandsprodukt stabilisierte.

Doch seit dem vergangenen Jahr machen sich in zivilen Sektoren zunehmend Krisenanzeichen bemerkbar, die zuletzt auch durch steigende Waffenproduktion nicht mehr aufgefangen werden konnten. Experten wie der EU-Sanktionsbeauftragte David O’Sullivan betonen, dass die Sanktionen erhebliche Auswirkungen auf die russische Wirtschaft haben.

Experten sehen Schwächephase als Chance für den Westen

Laut dem Russlandexperten Alexander Libman steckt Putins Wirtschaft in der schwierigsten Lage seit Kriegsbeginn. In einem Interview erklärte er, wie der Westen diese Schwäche nutzen könnte, um den Druck auf Russland zu erhöhen. Die EU versucht seit Jahren mit scharfen Sanktionen, Russland aufgrund des Angriffskriegs gegen die Ukraine unter Druck zu setzen.

Die aktuelle Entwicklung unterstreicht, dass die langfristigen Folgen des Krieges und der internationalen Isolierung nun auch in den offiziellen Zahlen sichtbar werden. Putins Versuch, die Probleme mit Feiertagen zu erklären, wird von Analysten als unzureichend angesehen, die tiefgreifendere strukturelle Schwächen und die Auswirkungen der Sanktionen identifizieren.

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