Putin drängt Oligarchen zu Milliardenspenden für angeschlagene Kriegswirtschaft
Putin fordert Oligarchen-Spenden für Kriegswirtschaft

Russlands Kriegswirtschaft unter Druck: Putin fordert Oligarchen zu Milliardenspenden auf

Vier Jahre nach dem Beginn des Angriffskrieges gegen die Ukraine zeigt sich die russische Wirtschaft zunehmend angeschlagen. Der Staatshaushalt ist laut aktuellen Berichten ins Minus gerutscht, was selbst Machthaber Wladimir Putin nicht mehr ignorieren kann. Medienberichten zufolge drängt der Kreml-Chef nun russische Oligarchen zu erheblichen finanziellen Beiträgen, um die Kriegsfinanzierung aufrechtzuerhalten.

Hinter verschlossenen Türen: Geheimtreffen mit Geschäftsleuten

Wie die Financial Times und das Onlineportal The Bell unter Berufung auf informierte Kreise berichten, fand am Donnerstag ein nicht-öffentliches Treffen zwischen Putin und führenden russischen Geschäftsleuten statt. Im Mittelpunkt der Gespräche standen dabei die Finanzierung des Militärs und die Fortsetzung des Krieges, der sich mittlerweile im fünften Jahr befindet.

Laut den Berichten soll der Milliardär Suleiman Kerimow während des Treffens einen Beitrag von 100 Milliarden Rubel zugesagt haben, was umgerechnet etwa 1,1 Milliarden Euro entspricht. Diese Angaben sind jedoch nicht unabhängig überprüfbar, da eine Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters an Kerimows Büro im russischen Föderationsrat unbeantwortet blieb.

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Wirtschaftliche Herausforderungen nehmen zu

Die russische Wirtschaft steht vor erheblichen Problemen:

  • Sinkende Einnahmen aus Öl- und Gasexporten aufgrund westlicher Sanktionen
  • Schwächelnde Konjunktur, die Steuereinnahmen aus anderen Wirtschaftsbereichen reduziert
  • Die OECD erwartet für dieses Jahr nur noch ein Wirtschaftswachstum von 0,6 Prozent
  • Mindestens 40 Prozent der russischen Ölexportkapazitäten sind nach ukrainischen Drohnenangriffen ausgefallen

Die Regierung hat bereits mit der Anhebung der Mehrwertsteuer reagiert, doch die Aussichten bleiben düster. Trotz der auf Hochtouren laufenden Kriegswirtschaft trüben sich die Konjunkturerwartungen weiter ein.

Weitere Sparmaßnahmen in Vorbereitung

Internen Quellen zufolge bereitet die russische Regierung bereits mögliche Kürzungen aller nicht sicherheitsrelevanten Ausgaben um zehn Prozent vor. Die endgültige Entscheidung hängt jedoch von der Dauerhaftigkeit des durch den Irankrieg ausgelösten Ölpreisanstiegs ab, von dem Russland derzeit nur begrenzt profitiert.

Die Öl-Verladung in den wichtigen russischen Ostseehäfen Primorsk und Ust-Luga musste nach massiven ukrainischen Drohnenangriffen vorübergehend gestoppt werden, was die bereits angespannte wirtschaftliche Lage weiter verschärft.

Putin zeigt sich trotz der wirtschaftlichen Probleme entschlossen, den Krieg fortzusetzen. Sein erklärtes Ziel bleibt die Einnahme der übrigen Gebiete in der ostukrainischen Donbas-Region, was weitere erhebliche finanzielle Belastungen für den russischen Staatshaushalt mit sich bringen wird.

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