Kuba schafft neuen Aufenthaltsstatus für investitionswillige Diaspora
Der krisengeschüttelte Karibikstaat Kuba setzt auf Kapital aus der eigenen Diaspora. Ein vom Staatsrat gebilligtes Dekret etabliert einen speziellen Aufenthaltsstatus für "Investitionen und Geschäfte", der sich gezielt an im Ausland lebende kubanische Staatsbürger richtet. Diese Maßnahme soll Anreize schaffen, um dringend benötigte Finanzmittel in die marode Wirtschaft der Insel zu lenken.
Regierung öffnet sich für Geschäftsaktivitäten
Bereits vor einem Monat hatte die Regierung in Havanna kubanischstämmigen Unternehmern geschäftliche Aktivitäten erlaubt. Außenhandelsminister Oscar Pérez-Oliva betonte Mitte März, dass Kuba zu Handelsbeziehungen mit US-Unternehmen sowie mit "in den USA lebenden Kubanern und ihren Nachkommen" bereit sei. Er unterstrich: "Nicht nur kleine, sondern auch große Investitionen, insbesondere in die Infrastruktur" seien erwünscht.
Als prioritäre Ziele nannte der Minister die Wiederbelebung von Schlüsselsektoren wie Tourismus und Bergbau. Zudem soll das veraltete Stromnetz des Landes dringend modernisiert werden. In den vergangenen Monaten kam es in Kuba wiederholt zu landesweiten Stromausfällen, die teilweise tagelang andauerten und die wirtschaftliche Lage weiter verschärften.
Politische Spannungen und wirtschaftliche Herausforderungen
Der nur etwa 145 Kilometer von Florida entfernte Karibikstaat unterliegt seit 1962 einem US-Wirtschaftsembargo, das US-Investitionen weitgehend untersagt. US-Präsident Donald Trump hat den Druck auf Kuba zuletzt kontinuierlich erhöht und trotz anderer internationaler Konflikte das Land im Fokus behalten. "Vielleicht werden wir in Kuba vorbeischauen, wenn wir hiermit fertig sind", äußerte er erst kürzlich.
Gleichzeitig ist Kuba mit einem Großteil der kubanischen Gemeinde in den USA verfeindet, die politisch einflussreich ist und ihr Zentrum im für Wahlen wichtigen Süden Floridas hat. Diese historischen Spannungen erschweren wirtschaftliche Annäherungen zusätzlich.
Das neue Dekret stellt einen strategischen Versuch dar, diese Barrieren zu überwinden und dringend benötigte Investitionen aus der Diaspora zu mobilisieren. Ob dies angesichts der anhaltenden politischen und wirtschaftlichen Krisen gelingt, bleibt abzuwarten.



