Iran-Konflikt belastet Chinas Industrie: Lieferkettenprobleme und steigende Kosten
Der anhaltende Iran-Krieg hinterlässt deutliche Spuren in der chinesischen Wirtschaft. Eine aktuelle Umfrage des Anbieters RatingDog zeigt, dass sich die Stimmung in der Industrie im März merklich eingetrübt hat. Der Einkaufsmanagerindex fiel auf 50,8 Punkte nach 52,1 im Vormonat. Zwar bleibt der Wert über der kritischen Marke von 50 Punkten, die Wachstum signalisiert, doch die Belastungen nehmen spürbar zu.
Kostendruck und Lieferkettenstörungen nehmen zu
Der Kostendruck hat sich laut RatingDog-Gründer Yao Yu deutlich verschärft. Gleichzeitig sind die Lieferketten spürbar gestört. Als Hauptbelastungsfaktor gilt der Iran-Krieg, der die Energiepreise in die Höhe treibt und die Unsicherheit für Unternehmen erhöht. China als größter Warenexporteur der Welt spürt diese Entwicklung besonders stark. Höhere Energiepreise belasten die gesamte chinesische Wirtschaft und treffen exportorientierte Firmen mit voller Wucht.
Einige Beobachter verweisen jedoch auf mögliche positive Effekte. China ist führend in den Bereichen Solaranlagen, Batterietechnik und Elektroautos. Wenn viele Staaten aufgrund des Krieges noch stärker auf alternative Energien setzen, könnte dies die Nachfrage nach chinesischen Produkten deutlich erhöhen und neue Absatzmöglichkeiten eröffnen.
Offizielle Daten zeigen ein differenziertes Bild
Die Signale aus der chinesischen Industrie fallen unterschiedlich aus. Erst am Vortag hatte der offizielle Einkaufsmanagerindex des Statistikamts mit einem Anstieg von 49,0 auf 50,4 Punkte leichtes Wachstum signalisiert. Diese Diskrepanz ist teilweise darauf zurückzuführen, dass beide Umfragen unterschiedliche Unternehmen erfassen.
Während der offizielle Index eher große und oft staatlich geprägte Firmen abbildet, konzentriert sich RatingDog stärker auf kleinere, mittlere und exportorientierte Betriebe. Diese Unterschiede in der Erfassung erklären die teils widersprüchlichen Ergebnisse und unterstreichen die komplexe Lage der chinesischen Industrie im Schatten des Iran-Konflikts.



