Chinas Exportwachstum verliert im März deutlich an Schwung
Vor dem Hintergrund des Iran-Kriegs und steigender Unsicherheit im Welthandel hat Chinas Exportwachstum im März deutlich an Tempo verloren. Die Ausfuhren stiegen im Vergleich zum Vorjahresmonat nur noch um 2,5 Prozent, wie aus aktuellen Daten der chinesischen Zollbehörde hervorgeht.
Exportwachstum fällt schwächer aus als erwartet
Damit fiel das Exportwachstum erheblich schwächer aus als von Analysten erwartet. In den ersten beiden Monaten des Jahres hatten Chinas Exporte noch deutlich stärker zugelegt, was den deutlichen Rückgang im März besonders markant erscheinen lässt.
Importe steigen überraschend kräftig
Überraschend kräftig legten dagegen im März die Importe um fast 28 Prozent zu. Chinas Handelsüberschuss schrumpfte dadurch auf den niedrigsten Stand seit mehr als einem Jahr, was eine signifikante Veränderung der Handelsbilanz darstellt.
Energiepreise und Lieferketten belasten den Handel
Seit dem Beginn des Iran-Kriegs sorgen steigende Energiepreise und neue Unsicherheit über Lieferketten für erhebliche Belastungen im Welthandel. Eine besondere Rolle spielt dabei die strategisch wichtige Straße von Hormus, über die ein erheblicher Teil des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports läuft.
Höhere Kosten für Energie und Transport dürften exportorientierte chinesische Unternehmen in besonderem Maße belasten. Zugleich könnten die Verwerfungen im Nahen Osten die Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten dämpfen, was zusätzlichen Druck auf die Exportwirtschaft ausübt.
Grüne Technologien als stützender Faktor
Marktbeobachter sehen jedoch auch stützende Faktoren für China. So könnte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Erde mittelfristig davon profitieren, dass sie bei grünen Energietechnologien und Elektroautos besonders stark aufgestellt ist.
Die Sorge vor steigenden Ölpreisen könnte in anderen Ländern die Nachfrage nach solchen nachhaltigen Produkten erhöhen, was China einen Wettbewerbsvorteil verschaffen könnte.
Uneinheitliches Bild im Handel mit wichtigen Partnern
Im Handel mit anderen wichtigen Partnern zeigte sich im März ein uneinheitliches Bild:
- In die USA gingen Chinas Exporte im Jahresvergleich um 26,5 Prozent zurück
- Die Importe aus den Vereinigten Staaten legten leicht um 1,0 Prozent zu
- In die EU stiegen Chinas Exporte dagegen um 8,6 Prozent
- Die Importe aus der Staatengemeinschaft legten mit 8,5 Prozent in ähnlicher Höhe zu
- Im Handel mit Deutschland erhöhten sich Chinas Exporte um 11,8 Prozent
- Die Importe aus Deutschland stiegen dagegen nur um 4,6 Prozent
Deutsche Handelskammer hofft auf Belebung der Binnennachfrage
„Chinas jüngste Bemühungen um einen ausgewogeneren Handel kommen bei unseren deutschen Unternehmen bislang kaum an“, sagte Oliver Oehms, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der Deutschen Handelskammer in Nordchina.
Hintergrund ist, dass Peking zuletzt mehrfach betont hatte, den Handel ausgewogener gestalten und die Binnennachfrage stärken zu wollen. Für deutsche Unternehmen ist es laut Oehms nun entscheidend, dass China konkrete Maßnahmen zur spürbaren Nachfragebelebung ergreift, um die Handelsbeziehungen nachhaltig zu verbessern.



