Die seit Jahren brachliegende Doppelstock-Turnhalle am Rathaus Pankow, auch „Sporttempel“ genannt, wird doch noch fertiggestellt. Der Berliner Senat hat die notwendigen Finanzmittel freigegeben, wie die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung am Dienstag mitteilte. Das Bauprojekt war nach einer Kaskade von Problemen ins Stocken geraten und galt als eines der größten Ärgernisse der Berliner Sportinfrastruktur.
Zehn Jahre Verzögerung: Was bisher geschah
Ursprünglich sollte die Sporthalle bereits 2016 eröffnet werden. Doch technische Mängel, Planungsfehler und Streitigkeiten mit Baufirmen führten zu immer neuen Verzögerungen. Zuletzt ruhte die Baustelle komplett. Die Gesamtkosten stiegen von ursprünglich 12 Millionen auf über 25 Millionen Euro an. Der Senat hatte das Projekt zwischenzeitlich auf Eis gelegt.
„Es war ein langer und steiniger Weg, aber jetzt können wir endlich Vollzug melden“, sagte Sportsenator Andreas Geisel (SPD) in einer Pressekonferenz. „Die Halle wird dringend benötigt, vor allem für den Schul- und Vereinssport im Bezirk.“
Finanzierung gesichert – Baustart noch offen
Der Senat stellt rund 8 Millionen Euro zusätzlich bereit, um die Halle fertigzustellen. Insgesamt sind nun 28 Millionen Euro eingeplant. Wann die Bauarbeiten wieder aufgenommen werden, ist jedoch noch unklar. „Wir müssen noch die Ausschreibung für die Restarbeiten durchführen“, erklärte Geisel. „Ich gehe aber davon aus, dass die Bauzäune noch in diesem Jahr fallen.“
Die Sporthalle umfasst zwei vollwertige Hallenfelder, Zuschauertribünen und Umkleideräume. Sie soll sowohl von Schulen als auch von Vereinen genutzt werden. Der Bezirk Pankow leidet unter einer akuten Hallenknappheit.
Kritik an der langen Bauzeit
Opposition und Bürgerinitiativen üben scharfe Kritik an der langen Bauzeit. „Es ist ein Skandal, dass ein so wichtiges Projekt zehn Jahre braucht“, sagte der sportpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Stefan Evers. „Der Senat muss endlich seine Bauprojekte besser managen.“
Die Bürgerinitiative „Pro Sporttempel“ begrüßte die Entscheidung, forderte aber einen verbindlichen Zeitplan. „Wir wollen nicht, dass das Geld wieder versickert“, sagte Sprecherin Martina Schulz. „Die Halle muss jetzt schnell gebaut werden.“
Ausblick: Eröffnung frühestens 2028
Nach aktuellen Schätzungen könnte die Halle frühestens 2028 in Betrieb gehen. Das wäre zwölf Jahre nach dem ursprünglichen Termin. Der Senat verspricht jedoch, das Verfahren zu beschleunigen. „Wir haben aus den Fehlern gelernt“, betonte Geisel. „Diesmal wird alles reibungslos laufen.“
Bis dahin müssen die Sportler in Pankow weiter auf provisorische Hallen ausweichen. Die Hoffnung ruht nun auf dem „Sporttempel“ – endlich.



