Der FC St. Pauli muss im Abstiegskampf einen schweren Rückschlag verkraften. Gleich zwei Stammspieler fallen mit strukturellen muskulären Verletzungen für den Rest der Saison aus. Wie der Bundesligist am Mittwoch bekannt gab, werden Rechtsverteidiger Manolis Saliakas (29) und Innenverteidiger Karol Mets (32) bis auf Weiteres nicht zur Verfügung stehen. Das Saison-Aus für die beiden ist besiegelt. Damit werden sie auch in den wichtigen Partien am Samstag (15.30 Uhr) in Leipzig und gegen den VfL Wolfsburg (16. Mai) fehlen.
Karol Mets hatte am vergangenen Sonntag gegen Mainz 05 (1:2) noch durchgespielt. Möglicherweise war es sein letztes von 91 Pflichtspielen für den FC St. Pauli, denn sein Vertrag läuft im Sommer aus. Der Este war nach einer langen Leidenszeit mit einer Patellasehnen-OP erst am 7. Spieltag in die Mannschaft zurückgekehrt. Manolis Saliakas hingegen hatte sich bereits in der vergangenen Woche im Training verletzt. Der Grieche blieb im Rasen hängen und klagte über Adduktorenprobleme. Nach dem Mainz-Duell hatte Trainer Alexander Blessin (52) noch Hoffnung gemacht: „Ich schließe nicht aus, dass es vielleicht für Leipzig wieder reicht.“ Diese Hoffnung hat sich nun zerschlagen.
Weitere Ausfälle: Robatsch und Ritzka angeschlagen
Neben Saliakas und Mets ist auch Jannik Robatsch (21) für den Rest der Saison ausgefallen. Der junge Innenverteidiger leidet unter derselben Diagnose wie seine Teamkollegen. Und es könnte noch schlimmer kommen: Lars Ritzka (27) musste die Trainingseinheit am Mittwoch vorzeitig abbrechen und drehte danach in Laufschuhen seine Runden. Der Linksverteidiger war am Sonntag nach einem harten Luftduell mit Mainz-Stürmer Tietz zur Pause mit Rückenschmerzen in der Kabine geblieben. Diese Problematik hat Ritzka bereits mehrfach zu schaffen gemacht.
Der Verletzungs-Horror zieht sich bei St. Pauli durch die gesamte Saison und ist ein wesentlicher Grund dafür, dass der Klub so tief im Abstiegskampf steckt. Die lange Liste der Verletzten umfasst Ricky-Jade Jones (erst Schulter-OP, dann Syndesmosebandriss), James Sands (Sprunggelenk-OP), Mathias Pereira Lage (komplexe Knieverletzung mit Kreuzbandriss), Andréas Hountondji (Haarriss im Fuß), Jackson Irvine (Schmerzen am operierten Fuß), Eric Smith (Fersen- und Wadenverletzung) und Connor Metcalfe (wochenlange Knieprobleme).
Ein Lichtblick: Jones zurück im Training
Ein Profi sorgt jedoch für einen Funken Hoffnung: Turbo-Stürmer Ricky-Jade Jones wurde am Mittwoch von der Mannschaft mit Applaus auf dem Trainingsplatz begrüßt. Der Engländer, der mit einer Geschwindigkeit von 36,46 km/h zu den Top-Sprintern der Bundesliga zählt, absolvierte fast die gesamte Einheit. Für St. Pauli wäre es ein Segen, wenn Jones mit seinem Tempo zum Saisonende oder in einer möglichen Relegation wieder eine Option würde.



