Okra-Studie: Kleine Verbesserungen bei Cholesterin und Blutdruck möglich
Okra-Studie: Verbesserungen bei Cholesterin und Blutdruck

Eine aktuelle Übersichtsstudie legt nahe, dass Okra – genauer gesagt Okra-Pulver, -Extrakte oder Samenpräparate – bestimmte Blutwerte bei Menschen mit Typ-2-Diabetes leicht verbessern könnte. Die Forscher werteten zehn Studien mit Teilnehmern aus, die an Prädiabetes, Typ-2-Diabetes oder einer diabetischen Nierenerkrankung litten. Neun dieser Studien waren randomisierte kontrollierte Studien. Die Teilnehmer erhielten täglich drei bis 20 Gramm Okra über einen Zeitraum von zwei Wochen bis drei Monaten.

Positive Effekte auf Blutfette und Entzündungswerte

Die Auswertung ergab statistisch signifikante, wenngleich insgesamt kleine Verbesserungen bei Gesamtcholesterin, LDL-Cholesterin (dem sogenannten „schlechten“ Cholesterin) und Triglyceriden. Erhöhte LDL-Werte gelten als Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Zudem fanden sich Hinweise auf einen möglichen Rückgang des Entzündungsmarkers CRP – dieses Ergebnis basiert jedoch nur auf zwei Studien und sollte daher vorsichtig interpretiert werden. Beim diastolischen Blutdruck zeigte sich ein geringer Vorteil, während für den systolischen Blutdruck und das HDL-Cholesterin („gutes“ Cholesterin) kein klarer Nutzen nachweisbar war.

Wirkmechanismen und Einschränkungen der Studien

Warum Okra diese Effekte haben könnte, ist noch nicht abschließend geklärt. Möglicherweise spielen lösliche Ballaststoffe eine Rolle, die die Cholesterinaufnahme im Darm hemmen. Auch bestimmte Pflanzenstoffe und Proteine könnten die Fettverdauung oder den Blutdruck beeinflussen. Die Autoren weisen jedoch auf wichtige Einschränkungen hin: Die Studien waren klein und unterschieden sich stark bei Präparaten, Dosierungen und Behandlungsdauer. Zudem wurden keine harten Endpunkte wie Herzinfarkte oder Schlaganfälle untersucht, sondern nur Risikofaktoren. „Ob die beobachteten Veränderungen langfristig das Herz-Kreislauf-Risiko senken, ist offen“, so die Forscher. Nach ihrer Einschätzung kann Okra höchstens die Ernährung ergänzen – nicht aber Medikamente oder die Standardbehandlung ersetzen.

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