Hitzebedingter Rückgang der Blutspenden führt zu kritischer Lage
Die anhaltende Hitzewelle der vergangenen Woche hat die Bereitschaft zur Blutspende deutlich reduziert. Wie der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost mitteilte, sei die Zahl der Spender bei den angebotenen Terminen um bis zu 25 Prozent zurückgegangen. „Dies führt bereits dazu, dass nicht mehr allen Bestellungen aus den Kliniken und Praxen zu 100 Prozent entsprochen werden kann“, erklärte Sprecherin Kerstin Schweiger gegenüber der dpa.
Blutgruppen 0 und A besonders knapp
Besonders prekär ist die Lage bei den Blutgruppen 0 Rhesus-negativ und 0 Rhesus-positiv sowie A Rhesus-negativ und A Rhesus-positiv. Laut Schweiger reichen die Vorräte dieser Gruppen derzeit nur knapp über einen Tag. Für eine sichere Versorgung sei jedoch eine Tagesreichweite von vier bis fünf Tagen notwendig. „Von daher zählt jeder Tropfen“, betonte die Sprecherin.
Sorgen vor den Sommerferien
Der DRK Nord-Ost blickt mit Sorge auf den bevorstehenden Ferienbeginn, da viele Stammspender in den Urlaub fahren. Blutpräparate können weder künstlich hergestellt noch lange gelagert werden. Beispielsweise sind in der Krebstherapie eingesetzte Thrombozyten nur vier Tage haltbar. Schweiger rief dazu auf, die jetzt etwas kühleren Tage für eine Blutspende zu nutzen. „Die erste kurze Hitzewelle zu Beginn des Sommers wird kein singuläres Ereignis bleiben.“
Täglicher Bedarf an Blutspenden
Der DRK Nord-Ost benötigt an jedem Werktag in Berlin und Brandenburg rund 600 Blutspenden, in Sachsen rund 650 und in Hamburg und Schleswig-Holstein rund 500, um die Patientenversorgung sicherzustellen. Bundesweit werden täglich 15.000 Blutspenden benötigt. Blutspenden sei gesunden Menschen auch bei Hitze möglich, wenn ausreichend getrunken und geruht werde.



