Check24 Gehälter im Fokus: Wie gut zahlt Deutschlands größtes Vergleichsportal?
Check24, Deutschlands marktführendes Vergleichsportal mit Hauptsitz an der Münchner Donnersbergerbrücke, steht regelmäßig im Rampenlicht – sei es durch aggressive Marketingkampagnen wie die kostenlosen Trikots zur EM 2024 oder durch TV-Spots im Milliardenwert. Doch wie verhält es sich mit der Vergütung der eigenen Mitarbeiter? Eine detaillierte Analyse der Gehälter offenbart ein differenziertes Bild, das stark von der jeweiligen Sparte abhängt.
Geheimniskrämerei auf Chef-Ebene
Die Gründer und Geschäftsführer Henrich Blase und Eckhard Juls halten sich bedeckt. Es existieren keine öffentlichen Fotos, und Informationen zu ihren Gehältern bleiben unter Verschluss. Da Check24 keine Aktiengesellschaft ist, besteht keine Pflicht zur Veröffentlichung der Vorstandsbezüge im Geschäftsbericht. Das Unternehmen, das streng genommen aus einem Netzwerk von rund 90 GmbHs besteht, neigt generell zur Intransparenz: Es zahlt regelmäßig Strafgebühren, anstatt verpflichtende Geschäftsberichte im Handelsregister offenzulegen. Dennoch lässt das geschätzte Vermögen der Gründer von über 4,5 Milliarden Euro erahnen, dass diese nicht am Hungertuch nagen.
Gemischte Bilanz bei den Mitarbeitergehältern
Check24 wirbt auf seiner Karriereseite mit „600 geschulten Mitarbeitern“, die täglich beim Sparen helfen – Medienberichte gehen von über 1000 Beschäftigten aus. Angaben zu Gehältern macht das Unternehmen jedoch nicht. Auf Plattformen wie Kununu teilen Mitarbeiter jedoch freiwillig ihre Verdienste, was eine Vergleichbarkeit mit dem bundesweiten Durchschnitt ermöglicht.
In der Softwareentwicklung zeigt sich ein überwiegend positives Bild. Frontend-Entwickler verdienen bei Check24 mit durchschnittlich 63.300 Euro im Jahr deutlich mehr als der Bundesdurchschnitt von 52.100 Euro. Auch Software-Entwickler (62.000 Euro) und IT-Systemadministratoren (58.100 Euro) liegen über dem Schnitt. Allerdings gibt es Ausnahmen: Data Scientists erhalten im Schnitt 61.900 Euro, was etwa 5.500 Euro unter dem deutschen Mittel von 67.500 Euro liegt.
In der Beratungssparte fällt die Bilanz ernüchternder aus. Kundenberater verdienen bei Check24 durchschnittlich 36.700 Euro jährlich, was unter dem Bundesdurchschnitt von 38.300 Euro liegt. Auch Sachbearbeiter (38.400 Euro) und Customer Service Manager (35.400 Euro) erhalten weniger als im bundesweiten Vergleich. Lediglich Kreditberater (45.000 Euro) und Reiseberater (34.800 Euro) liegen knapp über dem Schnitt.
Im strategischen Management und der betrieblichen Unterstützung gibt es ebenfalls Licht und Schatten. Teamleiter (62.000 Euro) und Controller (56.800 Euro) verdienen leicht unter dem Bundesdurchschnitt, während HR-Manager (55.100 Euro) nahezu gleichauf liegen. Produktmanager (57.000 Euro) erhalten hingegen deutlich weniger als der deutsche Schnitt von 65.300 Euro.
Finanzielle Vorteile und Marktmacht
Neben dem Grundgehalt bietet Check24 Zuschüsse zur betrieblichen Altersvorsorge, die vollständige Bezahlung des Jobtickets sowie variable Gehaltsanteile. Laut Karriereseite besteht die Möglichkeit, „die Gesamtvergütung bei exzellenter Leistung signifikant zu erhöhen“. Dies könnte für einige Positionen das unterdurchschnittliche Grundgehalt ausgleichen.
Die Marktmacht von Check24 ist unbestritten: Das Vergleichsportal hat Konkurrenten wie Verivox und Holidaycheck weit abgehängt und investiert jährlich Milliarden in Marketing. Ob diese Dominanz sich auch in durchgängig überdurchschnittlichen Gehältern niederschlägt, bleibt jedoch fraglich – die Analyse zeigt, dass dies stark vom jeweiligen Jobprofil abhängt.



