Arbeitsmarktprognose: Beschäftigungsrückgang erstmals seit 2009 erwartet
Die Beschäftigung in Deutschland wird im laufenden Jahr erstmals seit der Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 wieder sinken. Laut einer aktuellen Regionalprognose des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg ist bundesweit ein Rückgang der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung um rund 40.000 Personen zu erwarten. Dieser Trend markiert eine deutliche Wende nach Jahren kontinuierlichen Wachstums.
Nur vier Bundesländer mit leichten Zuwächsen
Die positive Entwicklung beschränkt sich auf lediglich vier Bundesländer: Hamburg, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Brandenburg werden voraussichtlich leichte Beschäftigungszuwächse verzeichnen. In den übrigen zehn von sechzehn Bundesländern prognostiziert das IAB hingegen einen Rückgang der Beschäftigtenzahlen. Hauptgrund für diese Entwicklung ist die demografische Veränderung: Die geburtenstarken Jahrgänge gehen vermehrt in Rente, während weniger junge Menschen nachrücken.
Arbeitslosigkeit steigt in den meisten Regionen
Parallel zum Beschäftigungsrückgang wird auch die Arbeitslosigkeit in dreizehn Bundesländern ansteigen. Lediglich in Schleswig-Holstein (minus 0,5 Prozent), Niedersachsen (minus 0,4 Prozent) und dem Saarland (minus 0,3 Prozent) wird ein minimaler Rückgang erwartet. Dieser fällt jedoch so gering aus, dass er nicht zu einer sinkenden Arbeitslosenquote führen wird. Die stärksten relativen Anstiege prognostiziert das IAB für Berlin mit einem Plus von 3,3 Prozent und Sachsen mit 3,0 Prozent.
IAB-Forscherin Anja Rossen betont: „Auch wenn sich in einzelnen Regionen steigende Beschäftigung bei sinkender Arbeitslosigkeit zeigt, ist insgesamt keine deutliche Erholung der regionalen Arbeitsmärkte zu erwarten.“ Diese Aussage unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen für den deutschen Arbeitsmarkt, die über punktuelle Verbesserungen hinausgehen.



