Erstes kommunales Azubiwohnheim in Berlin übergeben
In Berlin ist das erste kommunale Wohnheim für Auszubildende offiziell übergeben worden. Der Neubau an der Storkower Straße in Lichtenberg bietet ab August 154 Lehrlingen ein Zuhause. Die monatliche Miete beträgt 340 Euro – inklusive Heizung, Strom und Nebenkosten. Damit zahlen die Azubis etwa ein Drittel der durchschnittlichen Ausbildungsvergütung.
Leben in der WG mit Gemeinschaftsräumen
Die Azubis wohnen in Zweier-Wohngemeinschaften. Das Heim verfügt über Gemeinschaftsräume wie eine Lounge, eine Dachterrasse, eine Fahrradwerkstatt und ein Waschcenter. Die Nachfrage ist enorm: Rund 1200 Bewerbungen gingen laut Arbeitsverwaltung ein.
Losverfahren und Notlagenquote
Aufgrund der hohen Zahl an Bewerbungen werden 70 Prozent der Plätze per Losverfahren vergeben. Die restlichen 30 Prozent sind für Menschen in besonderen Notlagen reserviert – etwa für jene, die bisher in prekären Wohnverhältnissen leben oder eine besonders niedrige Vergütung erhalten.
Eigentümer und Zukunftspläne
Eigentümerin des Wohnheims ist die landeseigene Wohnungsgesellschaft Berlinovo. Das Land mietet die Appartements über eine gemeinnützige Gesellschaft an. Für 2027 sind nach diesem Modell weitere 100 bis 150 Azubiwohnplätze geplant. Parallel bereitet Berlin den Bau eines eigenen Azubiwohnheims mit 150 Plätzen vor.
Statement der Arbeitssenatorin
„Wir müssen Auszubildenden gute Lebensbedingungen in unserer Stadt bieten, wenn wir sie als Fachkräfte von morgen gewinnen wollen“, erklärte Arbeitssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD). „Azubis können sich WG-Zimmer für 600 Euro und mehr nicht leisten.“ Es dürfe nicht vom Geldbeutel der Eltern abhängen, ob ein junger Mensch gut wohnen könne.



