Winterlicher Februar treibt Arbeitslosenzahl in der Seenplatte auf über 10 Prozent
So frostig sich der Februar beim Blick aufs Thermometer zeigte, so wenig herzerwärmend fällt auch der Blick auf die Arbeitslosigkeit in der Seenplatte aus. Mit nunmehr 12.715 erwerbslosen Menschen – 217 mehr als im Vormonat – hat die Arbeitslosenquote wieder die 10-Prozent-Marke erreicht, bilanziert Andreas Wegner, Geschäftsführer der Arbeitsagentur in Neubrandenburg. Im Januar waren es 9,8, vor einem Jahr 9,7 Prozent.
Positiver Vorjahresvergleich ist passé
Der noch im Januar als positiv verzeichnete Effekt, dass zumindest gegenüber dem Vorjahr ein Rückgang eingetreten war, habe sich leider nicht fortgesetzt. Gegenüber dem Februar 2025 liegen die Zahlen sogar um 244 Betroffene und somit 2 Prozent höher.
Die Ursachen seien vielschichtig und müssten „kleinteilig“ betrachtet werden, stellt Wegner fest. Ein Aspekt sei zum Beispiel die Witterung, die sowohl im Tourismus als auch auf dem Bau „noch keine großen Aktivitäten zugelassen“ habe.
Ausgewirkt habe sich auch der Abschluss von Sprachkursen und Qualifizierungen, deren Teilnehmern im Anschluss nicht auch gleich eine Arbeit vermittelt werden konnte. „Später im Frühjahr stehen die Chancen besser, zum Beispiel auf Helfer-Ebene in eine Beschäftigung einzusteigen“, so der Agenturchef.
Betriebe brauchen Fachleute
Rund 500 Menschen gingen im Februar nach einer Ausbildung oder anderen Maßnahmen in die Arbeitslosigkeit, gut 150 mehr als im Januar. Hingegen lag die Zahl derer, die sich aus vorheriger Erwerbstätigkeit arbeitslos melden mussten, mit 729 um ein Drittel niedriger als im Vormonat mit 1098.
Aus der Arbeitslosigkeit heraus eine Stelle antreten konnten zugleich 492 Menschen (im Januar 447), weitere 362 (zuvor 282) begannen eine Ausbildung oder andere Maßnahme.
Dass Arbeitgeber in den nächsten Wochen und Monaten mehr Bedarf an neuen Mitarbeitern sehen, „der nur eben jetzt noch nicht da ist“, folgert Wegner aus der Zahl neu gemeldeter Stellen: Mit gut 480 lag sie im Februar fast anderthalbmal so hoch wie im Vormonat, sogar etwas höher als vor einem Jahr.
Der aktuelle Gesamtbestand offener Job-Angebote wiederum liegt mit 2355 um gut 100 unter dem Stand vom Februar 2025. Gespeist wird er wie gehabt vor allem durch Nachfrage aus dem Baugewerbe, diversen Dienstleistungen, der Kfz-Branche und dem Gesundheitswesen.
„Wir werden einen Großteil dieser Stellen besetzen können“, gibt Andreas Wegner sich zuversichtlich. Allerdings dauere es immer länger, geeignete Fachkräfte zu finden. Stattdessen gelte es gemeinsam mit den suchenden Arbeitgebern Wege auszuloten, um jemanden, der die Anforderungen noch nicht erfüllt, dennoch einzustellen und mit Unterstützung der Agentur zu qualifizieren.
Weniger Menschen auf Grundsicherung angewiesen
Rund zwei Drittel der Arbeitslosen werden vom Jobcenter als Träger der Grundsicherung betreut. Das betrifft aktuell fast 8300 Menschen. Die Zahl der Bürgergeld-Empfänger ist erheblich höher, jedoch zu Wegners Erleichterung rückläufig.
Gegenüber dem Februar 2025 sei die Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten um gut 700 auf 14.065 gesunken, die der nicht Erwerbsfähigen (zum Großteil Kinder unter 15 Jahren) um mehr als 200 auf 4045, die der Bedarfsgemeinschaften um rund 550 auf 11.336.
Damit seien insgesamt fast 1000 Menschen nicht mehr auf Leistungen der Grundsicherung angewiesen, resümiert der Agentur-Geschäftsführer. Auch für eine positivere Entwicklung des Arbeitsmarktes registriere er „gute Signale aus den Unternehmen“, dass die Arbeitslosigkeit in den nächsten Monaten wieder sinken werde.



