Die Opec+-Mitgliedstaaten haben beschlossen, die Ölförderquote für Juli um 188.000 Barrel pro Tag anzuheben. Dies wurde in einer Videokonferenz der Ölminister der wichtigsten Länder vereinbart, wie aus einer Erklärung der Organisation erdölexportierender Länder und ihrer Partner (Opec+) hervorgeht. Zu den beteiligten Ländern zählen Saudi-Arabien, Russland, Irak, Kuwait, Kasachstan, Algerien und Oman.
Politisches Signal statt echter Angebotssteigerung
Offiziell dient die Erhöhung der Stabilisierung des Ölmarktes. Allerdings sehen die sieben Länder auch eine Gelegenheit, ihre Gewinne in Zeiten historisch hoher Ölpreise zu steigern. Experten bewerten den Schritt jedoch als eher symbolisch. Jorge Leon, Analyst bei Rystad Energy, erklärte, dass der Anstieg der Fördermenge kaum eine Rolle spiele, solange die Straße von Hormus gesperrt bleibt. Es mangele auf dem Markt nicht an Ankündigungen von Förderquoten, sondern an tatsächlichen Barrel, die auch wirklich bewegt werden können. Die angekündigte Erhöhung um 188.000 Barrel pro Tag sei eher ein politisches Signal als eine echte Angebotssteigerung.
Auswirkungen der Sperrung der Straße von Hormus
Iran hatte die für den weltweiten Transport von Rohöl und Flüssiggas wichtige Straße von Hormus nach dem Beginn der Angriffe Israels und der USA Ende Februar de facto gesperrt. Im Gegenzug verhängten die USA Mitte April eine Blockade iranischer Häfen. Diese Sperrung hat die Öl- und Spritpreise weltweit in die Höhe schießen lassen. Leon gab zudem zu bedenken, dass sich im Fall einer Öffnung der Straße von Hormus die Angst vor einer Verknappung auf dem Markt schnell in eine Angst vor einem Überangebot verwandeln könne.
Die minimale Erhöhung der Fördermenge durch die Opec+ ist somit ein Versuch, den Markt zu beruhigen, ohne tatsächlich das Angebot signifikant zu erhöhen. Angesichts der geopolitischen Spannungen bleibt die Lage auf dem Ölmarkt angespannt.



