Die chinesischen Autobauer sehen sich aufgrund des Irankriegs und dessen Folgen mit einer drastischen Verschlechterung der Marktlage konfrontiert. Der Branchenverband China Passenger Car Association (PCA) hat seine Prognose für das laufende Jahr deutlich nach unten korrigiert. Statt des bisher erwarteten Rückgangs von einem Prozent rechnet die PCA nun mit einem Absatzminus von elf Prozent.
Absatzeinbruch im Mai
Im Mai brachen die Verkaufszahlen im Jahresvergleich um 22,1 Prozent auf 1,5 Millionen Fahrzeuge ein, wie ein Sprecher des Verbands in Peking mitteilte. Besonders stark betroffen waren Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor, deren Absatz um 39 Prozent sank. Die sogenannten New Energy Vehicles (NEV), zu denen reine Elektroautos und Hybride zählen, verzeichneten einen Rückgang um 7,5 Prozent.
Hohe Ölpreise als Belastungsfaktor
Als Hauptgrund für die verschlechterten Aussichten nannte der Verband die hohen Ölpreise, die sowohl die Kundennachfrage als auch die gesamte Lieferkette belasten. Bereits im Vormonat hatten sich die steigenden Ölpreise infolge des Irankriegs negativ auf die Verkaufszahlen ausgewirkt. Die Exporte legten im Mai zwar um 75,1 Prozent zu, konnten den Einbruch im Inlandsgeschäft jedoch nicht kompensieren.
Herausforderungen durch geringere Staatshilfe und Überkapazitäten
Eigentlich hatten die Autohersteller ab April mit einer Erholung gerechnet. Doch die Verkäufe in den ersten fünf Monaten des Jahres gingen um 19,5 Prozent zurück. Dies verdeutlicht die großen Herausforderungen, denen sich die Branche gegenübersieht: Die staatlichen Hilfen wurden zurückgefahren, und es bestehen erhebliche Überkapazitäten.
Verhaltener Optimismus für zweite Jahreshälfte
PCA-Generalsekretär Cui Dongshu zeigte sich dennoch verhalten optimistisch. Er erwartet, dass sich der Gesamtmarkt im dritten Quartal allmählich verbessert und im Schlussquartal wieder wächst. Für das Gesamtjahr rechnet er daher mit einem schwächeren Rückgang als im bisherigen Jahresverlauf.
Auslandsgeschäft mit Elektroautos robust
Im Auslandsgeschäft mit Elektroautos bleibt die Nachfrage stark. So stiegen bei BYD die gesamten Fahrzeugverkäufe im Mai erstmals seit neun Monaten wieder an. Auch Nio vermeldete einen deutlichen Anstieg der Nachfrage. Der US-Elektroautobauer Tesla verkaufte ebenfalls mehr in China hergestellte Autos als im Vorjahreszeitraum.



