China kauft deutsche Patente: Ökonom warnt vor Know-how-Abfluss
China kauft deutsche Patente: Ökonom warnt

Chinas Expansionsdrang macht auch vor deutschen Patenten nicht halt. Immer häufiger wandern geistige Eigentumsrechte aus Deutschland in den Besitz der Volksrepublik. Der Ökonom Oliver Koppel schlägt Alarm: „Wir lassen unsere Kronjuwelen aufkaufen“, warnt er im Interview mit dem SPIEGEL. Der Experte sieht einen gefährlichen Abfluss von Wissen und Technologie, der die deutsche Wettbewerbsfähigkeit langfristig schwächen könnte.

Harte Gangart gegen chinesische Übernahmen gefordert

Koppel plädiert für ein entschlossenes Vorgehen gegen Unternehmen aus China, die hiesige Firmen übernehmen wollen. „Wir müssen genauer hinschauen, wer hier welche Technologien erwirbt“, so der Wissenschaftler. Besonders in Schlüsselbranchen wie Robotik, Automobilindustrie und Maschinenbau sei die Gefahr groß, dass deutsches Know-how abfließe. Als Beispiel nennt er die Übernahme des Roboterherstellers Kuka durch den chinesischen Konzern Midea im Jahr 2016.

Deutsche Patente als begehrte Beute

Die Statistik gibt Koppel recht: Laut dem Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) haben chinesische Unternehmen im vergangenen Jahr so viele deutsche Patente angemeldet wie nie zuvor. Gleichzeitig steigt die Zahl der Übernahmen deutscher Firmen durch chinesische Investoren. „Das ist kein normaler Marktprozess“, betont Koppel. „Hier geht es oft um strategische Interessen des chinesischen Staates, der gezielt Technologieführerschaft anstrebt.“

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Wirtschaftliche Folgen des Know-how-Abflusses

Der Abfluss von Patenten und Technologien habe nicht nur kurzfristige Auswirkungen, sondern gefährde langfristig die Innovationskraft Deutschlands. „Wenn wir unsere Spitzentechnologien verlieren, verlieren wir auch Arbeitsplätze und Wohlstand“, warnt Koppel. Er fordert daher eine Überarbeitung der Außenwirtschaftsverordnung, um Übernahmen aus Drittstaaten strenger prüfen zu können. Auch die EU-Ebene müsse stärker eingebunden werden, um einen einheitlichen Schutz für europäisches Know-how zu gewährleisten.

Reaktionen aus der Politik

Die Bundesregierung zeigt sich alarmiert. Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) kündigte an, die Kontrollmechanismen zu verschärfen. „Wir dürfen nicht zulassen, dass unsere Innovationskraft untergraben wird“, sagte er. Auch aus der Opposition kommen Forderungen nach einem härteren Kurs. Die Union spricht sich für ein Vetorecht bei strategisch wichtigen Übernahmen aus. Ob die geplanten Maßnahmen ausreichen, um den Trend zu stoppen, bleibt jedoch abzuwarten.

Fazit: Schutz des geistigen Eigentums als nationale Aufgabe

Der Fall zeigt, dass der Schutz von Patenten und Technologien nicht nur eine Frage der Wirtschaftspolitik ist, sondern auch der nationalen Sicherheit. Oliver Koppel appelliert an die Politik, jetzt zu handeln: „Wir müssen unsere Kronjuwelen besser schützen, sonst werden wir sie eines Tages schmerzlich vermissen.“ Die Debatte um den richtigen Umgang mit chinesischen Investitionen wird Deutschland und Europa noch lange beschäftigen.

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