Trump ernennt Vertrauten ohne Geheimdiensterfahrung zum Koordinator
Trump ernennt Vertrauten ohne Erfahrung zum Geheimdienstchef

US-Präsident Donald Trump hat seinen Vertrauten Bill Pulte am Dienstag zum kommissarischen Geheimdienstkoordinator (DNI) ernannt. Der 38-Jährige verfügt über keinerlei Erfahrung im Bereich der nationalen Sicherheit. Für eine Übergangszeit von bis zu 210 Tagen benötigt er keine Bestätigung durch den Senat.

Pulte folgt auf Tulsi Gabbard

Pulte übernimmt den Posten von Tulsi Gabbard, die Ende Juni zurücktritt. Bislang leitet er die Immobilienfinanzierungsbehörde FHFA, die unter anderem für die staatlich gestützten Baufinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac zuständig ist. Trump erklärte, Pulte werde diese Funktion behalten und parallel die 18 US-Geheim- und Nachrichtendienste wie CIA und NSA beaufsichtigen.

Scharfe Kritik aus beiden Lagern

Die Personalie stieß umgehend auf Kritik. Führende Demokraten und auch Vertreter von Trumps Republikanern bezeichneten Pulte als unqualifiziert. Senatorin Elissa Slotkin schrieb auf X: „Herr Pulte hat seine derzeitige Behörde gegen die Kritiker des Präsidenten instrumentalisiert und er hat Bundesaufseher entlassen, die gegen seine Verbündeten ermittelten.“ Der republikanische Senator John Cornyn erklärte, er sehe keine Belege für eine Eignung Pultes.

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Globale Spannungen als Hintergrund

Pulte übernimmt die Koordination der Geheimdienste in einer Phase globaler Spannungen, geprägt durch den Krieg im Iran, den russischen Angriff auf die Ukraine und den wachsenden Einfluss Chinas. Der neue kommissarische Geheimdienstchef gilt als loyaler Anhänger Trumps.

Ermittlungen gegen politische Gegner

Als Immobilienaufseher hatte Pulte Ermittlungen wegen angeblichen Hypothekenbetrugs gegen mehrere politische Gegner des Präsidenten vorangetrieben, darunter die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James und Fed-Gouverneurin Lisa Cook. Zu einer Anklage kam es in keinem der Fälle.

Beinahe-Prügelei mit Finanzminister Bessent

Pulte war vergangenes Jahr auch scharf mit Finanzminister Scott Bessent aneinandergeraten. Bei einem privaten Dinner führender Beamter der Trump-Regierung soll Bessent laut des US-Nachrichtenportals „Politico“ Pulte mit körperlicher Gewalt gedroht haben. Während des Abendessens im vom Präsidentensohn Donald Trump Jr. betriebenen „Executive Branch“-Club in Washington DC habe Bessent Pulte lautstark beschimpft. Der Anlass: Ihm sei zu Ohren gekommen, dass Pulte schlecht über ihn bei Präsident Donald Trump gesprochen habe.

Zeugen berichteten „Politico“, dass Bessent Pulte mit ziemlich derber Wortwahl konfrontiert habe. Auch drohte er ihm, er schlage ihm in sein Gesicht. Die Situation sei so stark eskaliert, dass Club-Mitbesitzer Omeed Malik einschreiten musste. Bessent habe verlangt, Pulte solle den Club verlassen – notfalls werde er ihn draußen verprügeln. „Es ist entweder er oder ich“, wird Bessent zitiert. Zwischen Bessent und Pulte herrschte ein Machtkampf um Zuständigkeiten.

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