Die Provo Canyon School in Springville, Utah, muss ihren Betrieb bis zum 6. August einstellen. Die Behörden entzogen der Einrichtung die Zulassung wegen schwerer Verstöße gegen die Sicherheit und Fürsorge von Minderjährigen. Paris Hilton (45), die dort als Teenager misshandelt wurde, sieht sich nach jahrelangem Kampf bestätigt.
Schwere Vorwürfe gegen die Einrichtung
Den Behörden zufolge wurden unnötiger Zwang, aggressiver Körperkontakt, verletzte Aufsichtspflicht und unzureichende Personalausstattung festgestellt. Bereits im Mai waren Auflagen verhängt worden, nachdem ein verletzter Jugendlicher nicht rechtzeitig medizinisch versorgt worden sein soll. Die Schule darf ab sofort keine neuen Jugendlichen mehr aufnehmen.
Paris Hilton: "Endlich bestätigt"
Paris Hilton reagierte auf Instagram: „Seit mehr als 50 Jahren berichten Kinder von Missbrauch, Vernachlässigung und Traumata. Heute hat der Staat bestätigt, was die Überlebenden schon die ganze Zeit wussten: Die Provo Canyon School hat die ihr anvertrauten Kinder im Stich gelassen. Ich war eines dieser Kinder.“ Sie fügte hinzu: „Ich weiß, wie es sich anfühlt, um Hilfe zu rufen und zu glauben, dass niemand kommt.“ Die Hotelerbin bezeichnete die Entscheidung als „die Nachricht, für die ich gekämpft und gebetet habe“.
Hilton verbrachte Ende der 1990er-Jahre elf Monate in dem Internat. Sie wirft den damaligen Mitarbeitern vor, sie geschlagen, beim Duschen beobachtet, mit unbekannten Medikamenten behandelt und nackt in Isolationshaft gehalten zu haben. 2020 machte sie ihre Erlebnisse in der Doku „This Is Paris“ öffentlich und setzt sich seitdem für strengere Regeln für Jugendhilfeeinrichtungen ein.
Unterstützung für andere Betroffene
Erst im Juni kehrte Hilton an die Schule zurück, um zwei klagende Familien zu unterstützen. Die Schule steht inzwischen unter neuer Leitung. Die Verstöße, die zum Lizenzentzug führten, ereigneten sich in den letzten zwei Jahren. Eine Stellungnahme der Schule lag zunächst nicht vor. Die Einrichtung kann innerhalb von 15 Tagen eine Anhörung beantragen.



