Wenn man Donald Trump glaubt, geht ja immer alles 'schnell', 'großartig' und 'produktiv' voran. Die Realität ist dann häufiger mal eine andere, als der US-Präsident es gern hätte. Nachdem er groß eine Einigung zwischen der Hisbollah und der israelischen Regierung verkündet, meldet die israelische Armee, trotzdem vom Libanon aus beschossen worden zu sein. Kurz davor hatten libanesische Medien von neuen israelischen Angriffen im Südlibanon berichtet.
Streit zwischen Trump und Netanjahu eskaliert
Der Ton in den angeblich 'sehr produktiven' Gesprächen zwischen dem US-Präsidenten und Benjamin Netanjahu scheint deshalb wohl gekippt zu sein: Laut einem Bericht des US-Nachrichtenportals 'Axios' warf Trump dem israelischen Regierungschef in einem Telefonat vor, mit seinem Kurs im Libanon die Verhandlungen über eine Beendigung des Iran-Kriegs zu gefährden. Der US-Präsident habe Netanjahu als 'verrückt' beschimpft.
Militärische Eskalation im Südlibanon
Mittlerweile ist die israelische Armee weiter in den Süden des Libanon vorgedrungen als zu irgendeinem Zeitpunkt seit dem Ende ihrer Besetzung des Gebiets im Jahr 2000. Diese Entwicklung sorgt für zusätzliche Spannungen zwischen den beiden Verbündeten. Während Trump auf eine schnelle diplomatische Lösung im Iran-Krieg drängt, verfolgt Netanjahu offenbar eine militärische Strategie, die die Verhandlungen gefährdet.
Vierte Gesprächsrunde in Washington
Immerhin: Heute kommen Vertreter aus dem Libanon und Israel für eine vierte Gesprächsrunde im US-Außenministerium in Washington zusammen. Ob diese Gespräche unter dem Eindruck der jüngsten Eskalation und des verbalen Schlagabtauschs zwischen Trump und Netanjahu noch zu einer Deeskalation beitragen können, bleibt abzuwarten. Mehr über den Iran-Krieg erfahren Sie in unserem Ticker.



