Trump soll Netanyahu wüst beschimpft haben: „You're fucking crazy“
Trump beschimpft Netanyahu: „You're fucking crazy“

Trump attackiert Netanyahu verbal

Kaum einem ausländischen Regierungschef wird ein so enger Draht zu US-Präsident Donald Trump nachgesagt wie Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu. Doch das Verhältnis der beiden Männer hat wegen des Krieges im Nahen Osten zuletzt gelitten. Nun hat es offenbar einen neuen Tiefpunkt erreicht: Bei einem Telefongespräch am Montag verlor Trump die Beherrschung und soll Netanyahu mit Kraftausdrücken beschimpft haben, wie das US-Nachrichtenportal „Axios“ berichtete.

„You're fucking crazy“ (etwa: Du bist total verrückt), habe Trump zu Netanyahu gesagt, so der Bericht unter Berufung auf zwei US-Beamte und eine dritte mit dem Gespräch vertraute Quelle. Der US-Präsident habe Netanyahu auch Undankbarkeit vorgeworfen und ihm gedroht: Ohne ihn säße Netanyahu längst im Gefängnis. „Ich rette deinen Arsch“, habe Trump gesagt. „Alle hassen dich jetzt“, zitierte „Axios“ weiter aus dem Telefonat. Auch der US-Sender CNN berichtete von verbalen Attacken Trumps. Gegen Netanyahu läuft seit sechs Jahren ein Korruptionsprozess, und Trump hat sich für seine Begnadigung starkgemacht. Aus Kreisen um Netanyahu hieß es hingegen, es habe keine persönlichen Angriffe gegeben; das Gespräch sei zwar angespannt verlaufen, habe aber mit Einigungen geendet.

Auslöser: Israels Drohungen gegen Beirut

Auslöser für Trumps Wutausbruch sollen laut US-Medien Drohungen Israels gewesen sein, angesichts einer Eskalation im Konflikt mit der Hisbollah-Miliz erneut Ziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut anzugreifen. Der Iran hatte daraufhin mit einem Abbruch der Verhandlungen mit den USA über ein mögliches Abkommen zur Beendigung des Krieges gedroht. Trump kündigte ein Ende der gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und dem Libanon an – während Netanyahu auf der Plattform X schrieb: Sollte die Hisbollah ihre Angriffe auf israelische Städte nicht einstellen, werde Israel wieder „Terrorziele“ in Beirut angreifen. Parallel dazu werde die israelische Armee ihren Einsatz im Südlibanon wie geplant fortsetzen.

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Ungewissheit im Libanon

Im Libanon herrscht nach diesen Ankündigungen Ungewissheit und Skepsis. Im Süden des Landes kommt es nach libanesischen Angaben weiter zu israelischen Angriffen. Dabei seien nahe einem Krankenhaus in der Stadt Tyrus dem libanesischen Gesundheitsministerium zufolge vier Menschen getötet worden. Bei dem Angriff nahe dem Krankenhaus Dschabal Amel am Montag seien zudem 127 weitere Menschen verletzt worden, darunter 39 Mitarbeiter der Klinik, teilte das Ministerium am Dienstag mit.

Hintergrund des Konflikts

Nach mehr als zwei Jahren Krieg an etlichen Fronten ist Israels Premier Benjamin Netanyahu weit entfernt von dem versprochenen „totalen Sieg“. Nun geht auch noch Donald Trump auf Distanz. Das Verhältnis der beiden Männer, das lange als besonders freundschaftlich galt, ist damit stark angeschlagen. Beobachter sehen darin eine mögliche Verschiebung der US-Politik im Nahen Osten.

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