Russland meldet Drohnenabschüsse bei St. Petersburg und Moskau
Die russischen Behörden haben den Abschuss mehrerer Drohnen über der Region Leningrad sowie im Anflug auf die Hauptstadt Moskau gemeldet. Wie Gouverneur Alexander Drosdenko über den Kurznachrichtendienst Telegram mitteilte, wurden in der nordwestlichen Region drei Drohnen zerstört. Der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin erklärte, die Luftabwehr habe weitere 13 Drohnen vor der Hauptstadt abgefangen. Infolge der Vorfälle wurde der Flugverkehr am Flughafen Pulkowo in St. Petersburg vorübergehend eingeschränkt, wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija bekannt gab. Die Maßnahmen fallen zeitlich mit dem Beginn des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg zusammen.
Russland verhängt Einreiseverbote gegen britische Journalisten
Als Reaktion auf die als provokant empfundene antirussische Rhetorik britischer Regierungsvertreter und die Waffenlieferungen an die Ukraine hat Russland Einreiseverbote gegen fünf britische Staatsbürger verhängt. Betroffen sind unter anderem die Investigativjournalistin der Washington Post, Catherine Belton, die auf Russland spezialisiert ist, sowie der Sicherheitskorrespondent der britischen Zeitung The i, Richard Holmes, der für seine Recherchen mehrfach ausgezeichnet wurde. Das russische Außenministerium begründete den Schritt mit der Verbreitung von Unterstellungen gegen Russland und konkreten Schritten Londons zur Unterstützung des Kiewer Regimes mit Waffen. Auf der Sanktionsliste stehen zudem Vertreter einer Denkfabrik und aus Unternehmen.
Selenskyj warnt vor neuem massiven russischen Angriff
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nach einem schweren russischen Angriff mit vielen Toten und Verletzten erneut vor einer großen Attacke gewarnt. In seiner abendlichen Videobotschaft erklärte er unter Berufung auf Geheimdienstinformationen, dass bereits in der kommenden Nacht ein massiver Angriff erfolgen könne. Bei den jüngsten Luftangriffen in der Nacht zu Dienstag kamen nach seinen Angaben 22 Menschen ums Leben, 130 wurden verletzt. Selenskyj betonte, dass Russland ukrainische Unternehmen, die Fortschritte bei der Entwicklung und Produktion von Raketen erzielen, als vorrangige Ziele einstuft. Die Ukraine werde darauf angemessen reagieren.
Zahl der Toten durch russische Angriffe steigt auf 22
Nach ukrainischen Angaben ist die Zahl der Todesopfer durch die jüngsten russischen Angriffe auf 22 gestiegen. Mehr als 100 Menschen wurden verletzt, als Russland Hunderte Drohnen und Dutzende Raketen einsetzte. Besonders schwer betroffen war die Stadt Dnipro im Südosten, wo in der Nacht 16 Menschen ums Leben kamen. Im Laufe des Tages wurden bei erneutem russischen Beschuss zwei weitere Personen verletzt.
Ukrainische Drohnenangriffe auf Raffinerien zwingen Russland zu höheren Ölexporten
Die ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien haben Moskau dazu gezwungen, die Rohölexporte über seine Westhäfen deutlich auszuweiten. Im Mai stiegen die Ausfuhren über die Häfen Primorsk, Ust-Luga und Noworossijsk im Vergleich zum Vormonat um 15 Prozent auf 2,5 Millionen Barrel pro Tag – der höchste Wert seit September 2024, wie zwei Brancheninsider der Nachrichtenagentur Reuters mitteilten. Da die beschädigten Anlagen die Verarbeitung des Öls im eigenen Land nicht mehr zulassen, ist die Regierung zu diesem Schritt gezwungen. Die verstärkten ukrainischen Angriffe auf die russische Ölindustrie in diesem Frühjahr haben zu erheblichen Ausfällen in den Raffinerien und zu Kraftstoffengpässen in Russland geführt. Insidern zufolge waren zuletzt praktisch alle großen Raffinerien in Zentralrussland gezwungen, ihre Produktion zu drosseln oder ganz einzustellen. Mit den höheren Rohölexporten will Moskau eine drastische Drosselung der Ölförderung vermeiden, doch die begrenzten Exportkapazitäten der Westhäfen erschweren die Umleitung der gesamten nicht verarbeiteten Ölmenge.
Gouverneur der Krim ruft angesichts von Benzinknappheit zu Ruhe auf
Der von Russland eingesetzte Regierungschef der annektierten ukrainischen Halbinsel Krim, Sergej Axjonow, hat die Bevölkerung angesichts von Benzinknappheit zu Geduld und Ruhe aufgerufen. Die Treibstoffversorgung auf der Krim ist eingeschränkt, nachdem ukrainische Drohnenangriffe die Lieferungen aus den angrenzenden, von Russland kontrollierten Gebieten behindert haben. Russland hatte die Halbinsel bereits 2014 annektiert.
Russland: Haben Anlagen der ukrainischen Rüstungsindustrie getroffen
Nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums haben die Streitkräfte in der Nacht zum Dienstag mehrere Einrichtungen der Rüstungsindustrie in der Ukraine beschossen und getroffen. Allein in Kiew seien zehn Rüstungsunternehmen getroffen worden, darunter Firmen, die Kampfdrohnen herstellen. Auch in anderen Gebieten der Ukraine seien Einrichtungen der Rüstungsindustrie beschossen worden. Zudem habe Russland drei Rekrutierungszentren für die ukrainischen Streitkräfte in Kiew angegriffen. Dies sei eine Reaktion auf einen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Studentenwohnheim im russisch kontrollierten Luhansk im vergangenen Monat gewesen, bei dem 21 Menschen getötet und 42 verletzt wurden. Die Ukraine bestreitet, das Studentenwohnheim angegriffen zu haben, und erklärt, sie habe ein Drohnen-Kommandozentrum in der Gegend im Visier gehabt.
Merz drängt auf EU-Verhandlungen mit Ukraine
Bundeskanzler Friedrich Merz hat beim Empfang des ungarischen Ministerpräsidenten Peter Magyar in Berlin gefordert, dass die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine beginnen sollen. „Wir verstehen, dass Budapest zunächst bilaterale Fragen klären will, wie etwa die Rechte der ungarischen Minderheit in der Ukraine“, sagte Merz. „Das darf aber nicht zu Lasten der europäischen Unterstützung gehen und uns nicht von dem Ziel abbringen, die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine jetzt auch mit dem ersten Kapitel förmlich zu eröffnen.“
Kreml: Ukraine-Krieg tritt in neues Paradigma ein
Der Krieg in der Ukraine ist nach Darstellung des Kremls wegen ukrainischer Angriffe auf Zivilisten in eine neue Phase eingetreten. Der Konflikt habe ein neues Paradigma erreicht, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow mit Blick auf die schweren russischen Luftangriffe in der Nacht, bei denen nach jüngsten Angaben mindestens 18 Menschen getötet und 100 verletzt wurden. Moskau stellt die Angriffe als Vergeltung für einen ukrainischen Drohnenangriff auf ein Studentenwohnheim im russisch kontrollierten Luhansk dar, bei dem 21 Menschen starben. Die Ukraine weist den Vorwurf zurück, das Wohnheim gezielt angegriffen zu haben, und erklärt, das Ziel sei eine Drohnen-Kommandozentrale gewesen.
Ukraine: Totenzahl nach russischem Angriff auf Dnipro steigt auf elf
Nach dem russischen Großangriff auf die Ukraine ist die Zahl der Toten in der südöstlichen Großstadt Dnipro auf elf gestiegen. Die Leichen eines achtjährigen Jungen und einer Frau wurden aus den Trümmern eines zerstörten vierstöckigen Gebäudes geborgen, wie der Gouverneur der Region, Oleksandr Hanscha, mitteilte. Unter den Todesopfern befinde sich auch ein dreijähriger Junge. In Dnipro wurden bei dem nächtlichen Angriff zudem 37 Menschen verletzt. In der Hauptstadt Kiew kamen bei den russischen Luftangriffen mindestens vier Menschen ums Leben.
Ukraine greift russische Ölraffinerie an – Russland trifft Energieanlage
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff ist in der südrussischen Region Krasnodar ein Feuer in der Ölraffinerie Ilsky ausgebrochen, wie die örtlichen Behörden am Dienstag mitteilten. Der ukrainische Generalstab bestätigte den Angriff und erklärte, die Anlage produziere Treibstoff für die russische Armee. Ob der Betrieb der exportorientierten Raffinerie mit einer Kapazität von rund 138.000 Barrel pro Tag beeinträchtigt wurde oder Menschen zu Schaden kamen, war zunächst unklar. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte zuvor erklärt, die eigenen Streitkräfte hätten zwischen Januar und Mai 15 russische Ölraffinerien angegriffen, was zu Treibstoffengpässen auf der Krim und in anderen besetzten Gebieten geführt habe.



