Nach erneuten Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran hat Pakistan seine Vermittlungsbemühungen verstärkt. Innenminister Mohsin Naqvi reiste nach Teheran, um dort mit iranischen Regierungsbeamten zusammenzutreffen, wie aus pakistanischen Sicherheits- und Diplomatenkreisen verlautete. Ziel der Gespräche sei es, den Dialog zwischen dem Iran und den USA zu fördern und eine dauerhafte Beendigung des Konflikts zu erreichen.
Naqvi gilt als enger Vertrauter des pakistanischen Armeechefs Asim Munir, der sich ebenfalls im Iran aufhält und gute Kontakte zu US-Präsident Donald Trump nachgesagt werden. Munir wird eine wichtige Vermittlerrolle zwischen den Kriegsparteien zugeschrieben. Der Besuch folgt auf ein Treffen Naqvis mit seinem iranischen Amtskollegen Eskandar Momeni in Kirgistan, bei dem beide die Notwendigkeit betonten, die Bemühungen um einen nachhaltigen Frieden in der Region konsequent fortzusetzen.
Erneute Eskalation in der Golfregion
Trotz einer geltenden Waffenruhe kam es in der Golfregion zu neuen Angriffen. Das US-Militär wehrte eigenen Angaben zufolge sechs vom Iran auf Kuwait und Bahrain abgefeuerte ballistische Raketen ab. Zuvor hatte das US-Zentralkommando (Centcom) vier iranische Drohnen im Bereich der Straße von Hormus abgefangen und anschließend Radarstellungen auf der iranischen Insel Qeschm sowie im Ort Goruk attackiert. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten daraufhin, sie hätten als Vergeltung Stützpunkte des Feindes angegriffen. In Kuwait und Bahrain wurde Raketenalarm ausgelöst, der Flugverkehr in Kuwait jedoch nach einer vorübergehenden Sperrung des Luftraums wieder aufgenommen.
Iran droht mit Schließung der Straße von Hormus
Die iranischen Revolutionsgarden drohten mit einer vollständigen Schließung der Straße von Hormus für Öl- und Gasexporte. Sollten die „Machenschaften“ der USA andauern, würden sie für die Folgen verantwortlich gemacht, hieß es in einer Erklärung. Das US-Militär wies indes iranische Angaben zurück, wonach das Hauptquartier der Fünften Flotte in Bahrain beschädigt worden sei.
US-Präsident Trump über iranische Raketenkapazitäten
US-Präsident Donald Trump schätzte die verbliebenen Raketen des Iran auf etwa 20 Prozent des Bestands vor Kriegsbeginn. In einem Interview mit NBC News sagte Trump, der Iran verfüge noch über einige Raketen und Drohnen, aber die meisten Drohnenfabriken, Startrampen und Produktionsstätten seien zerstört worden.
Israelische Angriffe und Spannungen im Libanon
Im Südlibanon wurden bei einem israelischen Angriff mehrere libanesische Soldaten getötet, darunter ein Offizier. Die israelische Armee erklärte, der Vorfall werde geprüft; man habe das Fahrzeug aufgrund einer vermeintlichen Bedrohung angegriffen. Zudem rief die israelische Armee die Bewohner von fünf Ortschaften im Südlibanon zur sofortigen Evakuierung auf, da die Hisbollah-Miliz gegen die Waffenruhe verstoßen habe.
Der libanesische Präsident Joseph Aoun warf dem Iran vor, den Libanon als Druckmittel in Verhandlungen mit den USA zu missbrauchen. „Es ist nicht euer Land, es ist unser Land“, sagte er in einem Interview. Der iranische Außenminister Abbas Aragtschi wies dies zurück.
Humanitäre Lage im Libanon dramatisch
Die Vereinten Nationen riefen zu zusätzlichen Hilfen im Umfang von 331,5 Millionen US-Dollar auf, um die humanitäre Krise im Libanon zu bewältigen. Nach UN-Angaben wurden mehr als 3500 Menschen getötet und über 10.000 verletzt, fast eine Million Menschen sind vertrieben. Der UN-Koordinator Imran Riza forderte ein Ende der Gewalt und die Einhaltung des humanitären Völkerrechts.
Weitere Entwicklungen
Im Westjordanland starb ein sieben Monate altes Baby nach Schüssen eines israelischen Soldaten auf ein Fahrzeug. Die Armee bedauerte den Vorfall und leitete Ermittlungen ein. Im Oman wurde die Ölverladung im Terminal Mina al Fahal nach einer mutmaßlichen Drohnenexplosion ausgesetzt. Bayers Vorstandsvorsitzender Bill Anderson warnte vor weltweiten Ernteausfällen und steigenden Lebensmittelpreisen infolge der Blockade der Straße von Hormus.



